14. Jul 2016

Kinesio-Tapes – Wandern ohne Schmerzen

 

Sie galten lange Zeit als Geheimtipp. Erst durch die wachsende Beliebtheit im öffentlichen Spitzensport wurden auch Freizeitsportler auf Kinesio-Tapes aufmerksam. Doch was genau hat es mit den aus der japanischen Heilkunde stammenden Tapes auf sich? Welche Vorteile bringt das Tapen mit sich und wie können Sie beim Wandern optimal davon profitieren?

Kinesio-Tapes

Das Kinesiologie-Tape - Herkunft und Nutzen

Das Kinesiologie-Tape, kurz Kinesio-Tape, dient der Prävention und Behandlung schmerzhafter Verletzungen und Erkrankungen der Muskeln, Sehnen und des Skeletts. Bei den bunten Tapes handelt es sich um elastische Pflaster, die zum einen hoch elastisch, gleichzeitig aber auch hautfreundlich, selbstklebend, angenehm zu tragen und atmungsaktiv sind. Sie sind inzwischen in allen Apotheken erhältlich, z.B. online über die Shop-Apotheke. Entwickelt wurden Kinesio-Tapes im Jahr 1973 vom japanischen Chiropraktiker Kenzo Kase, der nach einer Möglichkeit suchte, sport- und alltagsbedingte Schmerzen zu lindern, den Stütz- und Bewegungsapparates zu mobilisieren und gleichzeitig den Stoffwechsel anzuregen, ohne dabei die Bewegungsfreiheit des Klienten einzuschränken.

Entgegen herkömmlicher therapeutischer Verfahren stand somit nicht die Ruhigstellung von Muskeln und Gelenken im Vordergrund, sondern die gezielte Unterstützung des Heilungsprozesses mittels kontrollierter, moderater Bewegungen sowie einer konstanten „Massage" der betroffenen Muskulatur. Mittels verschiedener Taping-Techniken werden die Bänder auf die Haut aufgebracht und sollen je nach Körperregion unterschiedliche Wirkungen erzielen. Die Wissenschaft betrachtet die Tapes bis heute mit Skepsis, konnte ihre Wirksamkeit mittels wissenschaftlicher Verfahren bisher nicht klar nachgewiesen werden. Was jedoch nicht geleugnet werden kann, sind die zahlreichen positiven Erfahrungen, von denen begeisterte Anwender seit jeher berichten.  

Wirkungsweise

Verletzte Gelenke, Sehnen und Muskeln werden häufig ausschließlich mit herkömmlichen Pflastern und Verbänden stabilisiert. Das Problem: Pflaster und Verbände sind starr und unflexibel. Zwar wird die verletzte Stelle stabilisiert und entlastet, gleichzeitig aber auch für eine ganze Weile fast komplett ruhig gestellt, so dass es zu einer Rückbildung der Muskulatur kommen kann. Ebenso können Stauungen im Lymph- und Blutsystem auftreten, was dem erwünschten Heilungsprozess enorm verlangsamen und behindern kann.

Klüger wäre es, die verletzte Körperstelle zwar zu stabilisieren, sie gleichzeitig aber flexibel und elastisch in Bewegung zu halten. An diesem Punkt setzt das Kinesio-Tape an. Nicht nur massiert es sanft und regt folglich den Lymph- und Blutfluss an, sondern reguliert ebenso den Muskeltonus und stützt die Gelenke effektiv. Die Folgeverletzungen können schneller heilen und die individuelle Belastungs- und Bewegungswahrnehmung wird positiv gefördert. Kinesio-Tapes lassen sich jedoch nicht nur im Zuge von Sportverletzungen einsetzen. Vielmehr wirken die flexiblen Pflaster schmerzhaften Beschwerden und Verspannungen entgegen, beispielsweise im Rücken- und Nackenbereich, an Sprung- und Schultergelenken sowie an den Knien, die beim Wandern im Gebirge bergabwärts besonders beansprucht werden. Beim Wandern, Walken oder Laufen haben sich die Tapes daher als wirkungsvolle Vorbeugemaßnahme erwiesen, um Krämpfe, Umknicken, Zerrungen oder Sehnen- und Gelenkbeschwerden gezielt zu vermeiden.

 

wandern schmerzen

Selbst tapen – Was gibt es vor dem Wandern zu beachten?

Insbesondere Wanderer klagen häufig über Beschwerden im Rücken-, Fersen-, Knie- oder Unter- und Oberschenkelbereich. Wer weiß, dass ihm immer wieder dieselben Probleme zu schaffen machen, kann gezielt dort ansetzen und die entsprechende Stelle vorsorglich tapen. Hilfreiche Anleitungen zu den einzelnen Anwendungsbereichen finden sich im Netz, im Zweifelsfall sollte jedoch immer ein Fachmann aufgesucht werden.

Mittlerweile existieren viele verschiedene, erst in den letzten Jahren entwickelte Taping-Methoden, die als erweiterte Technik der eigentlichen Ursprungsmethode angesehen werden können, darunter diverse Muskel-, Faszien-, Lymph- und Nerventechniken. Laut Kenzo Kase sowie vielen weiteren, weltweit anerkannten Ärzten, Physiotherapeuten und Chiropraktikern sollte die individuell bevorzugte Taping-Methode stets im Rahmen einer professionellen Schulung gelernt werden. Wer tiefer in das Tapen einsteigen möchte oder es sich nicht selbst zutraut, kann sich vom Arzt, Masseur oder Heilpraktiker unterstützen und beraten lassen. Wer sich dagegen von vorneherein eigenständig am Tapen probieren möchte, sollte ein paar wichtige Dinge beachten:

  • Die Haut sollte möglichst trocken, gereinigt und enthaart sein.
  • Die Tapes sollten bereits 2 bis 3 Stunden vor dem Wandern aufgetragen werden.

 Bildqullen: © Fotolia/cunaplus & Fotolia/Lovrencg

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