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Zwischen Raithalden und Steinmatratzen

Von Geyer bis Greifenbachstauweiher

Die Tour ist ein Muss für alle Bergbaufans. Entdecken Sie Zeugen einer bewegten fast 800jährigen Bergbaugeschichte, eingebettet in eine äußerst reizvolle Landschaft. Wir beginnen unsere Tour auf dem Altmarkt. Erste Station sind die St. Laurentiuskirche und der 42 m hohe Wachtturm, in dem sich das Heimatmuseum der Stadt befindet. Auf sieben Etagen finden sich Mineralien, Posamente, ein Funktionsmodell der Binge, der Glockenstuhl uvm. – der Besuch lohnt sich in jedem Fall. Unweit dieser historischen Mauern befindet sich bergwärts der Bingekrater (Hinweisschilder Binge bzw. Huthaus). Das Wahrzeichen der Stadt stellt ein Naturdenkmal dar und ist Beleg für den Bergbau in Geyer seit dem 15. Jhd. Nach zwei großen Bingebrüchen 1704 und 1803 diente die Binge ab 1851 als Steinbruch.

mehr weniger

Beim Gang durch die Binge sind alte Strecken und Brandorte gut erkennbar. Vom Huthaus (Gaststätte) aus folgen wir auf dem Bingeweg dem EB-Weg Eisenach-Budapest hinab ins Greifenbachtal. Zuvor genießen wir den schönen Kammblick oberhalb des Wohngebietes. An der kleinen Holzbrücke über den Greifenbach erlauben wir uns einen Abstecher talabwärts. Nur ein Betonsockel im Wald weist noch auf die einst größte Schmalspurbahnbrücke Deutschlands hin, die bis 1977 das Greifenbachtal in einer Höhe von 36m und einer Länge von 186m überquerte. Unweit danach befindet sich der Reicher-Silber-Trost-Stolln, einer der geschichtsträchtigsten Stolln in der Region. Zurück zur kleinen Holzbrücke führt uns der Weg talaufwärts zum Sprungschanzenkomplex, auf denen auch Eric Frenzel das ABC des Wintersports gelernt hat. Die grüne Wegmarkierung führt uns am Wassertretbecken vorbei und die Füße sind dankbar für eine Abkühlung. Nach der nächsten großen Kreuzung steigen wir rechts die Treppen empor zum Greifensteinstolln, dem jüngsten Vertreter bergmännischer Tätigkeit im Greifenbachtal mit einer einstigen Länge von 1564m. Hier bietet sich eine lohnenswerte Rast an - auf urigen Sitzgruppen mit Fernblick bis zum Fichtel- und Keilberg.

Frisch gestärkt geht es weiter am Röhrgraben entlang in Richtung Greifenbachstauweiher. Der Röhrgraben, einer der ältesten Kunstgräben Deutschlands, stellt mit seinem Gefälle von nur 23,5m auf einer Länge von 5 km ein bedeutendes kulturhistorisches Baudenkmal dar. Seit etwa 650 Jahren wird Wasser vom Greifenbach abgezweigt, um es dem Bergwerk in Ehrenfriedersdorf zuzuführen. Vom munteren Plätschern des Röhrgrabens begleitet führt uns der Weg zum Garisch-Stolln (1490 erstmals erwähnt) und kaum fünf Minuten weiter zu den alten Mauerresten eines Pochwerkes und einer Scheidebank. Hier wurde einst das Erz vom tauben Gestein getrennt. Nur wenige hundert Meter talaufwärts zweigt am sogenannten „Teiler“ der Röhrgraben vom Greifenbach ab und unmittelbar daneben hat der „Goldene Adler-Stolln“ sein Mundloch. Dieser wird seit 1904 als Wasserreservoir genutzt und diente auch zum Entwässern der Gruben. Weitere 750m aufwärts durch das idyllische Greifenbachtal erreichen wir den Greifenbachstauweiher, eine der ältesten Talsperren des Erzgebirges. Er wurde Mitte des 14. Jhd. im Zusammenhang mit dem Bau des Röhrgrabens errichtet und diente vorwiegend zur Sicherung des hohen Wasserbedarfs der Ehrenfriedersdorfer Gruben. Wer des Wanderns noch nicht müde ist, kann noch einen Abstecher zu den bekannten Greifensteinen machen. Von dessen Aussichtsplattform bietet sich dem Besucher ein traumhafter Blick über das gesamte Erzgebirge und bei guter Sicht sogar bis zum Völkerschlachtdenkmal in Leipzig.

 

 

Streckeninfo / Karte / Höhenprofil

LÄNGE
9,2 km
AUFSTIEG
254 m
ABSTIEG
155 m
SCHWIERIGKEIT
leicht
ZEIT
2:50 h
DOWNLOAD
GPX

 

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Koordinaten / Wegzeichen / Wetter

StartStartkoordinaten
50° 37` 25" Nord | 12° 55` 24 Ost

ZielZielkoordinaten
50° 38` 57" Nord | 12° 55` 43" Ost

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