Wilhelmsthal Wanderroute 2
Wilhelmsthal – Hesselbach – Gifting – Trebesberg – Steinberg – Roßlach – Schäferei – Wilhelmsthal
Einer Vielfalt von Zeugnissen tiefer Frömmigkeit begegnen uns unterwegs: Kirchen, Kapellen, Kreuze, Bildstöcke. Im katholisch geprägten Landkreis Kronach gab es nach Roland Graf an die 100 Kapellen. Sie waren einst eingebunden in das religiöse Tun der Menschen: Maiandachten, Rosenkranz, zum Gebet für verstorbene Seelen, Bittprozessionen und zu stillem Gebet. Von tiefer Gläubigkeit zeugen auch die Bildstöcke oder Marten (von Martyrium, Märtyrer). Zur Errichtung zählte nicht nur ein Martyrium. Auch die Abwendung von körperlicher oder materieller Not und Unglück zählten dazu, auch Dankbarkeit gegenüber Gott und den Heiligen über einen guten Ausgang. Kreuze wurden wegen eines abgelegten oder eingelösten Gelübdes gestiftet. Diese Zeugen tiefer Gläubigkeit wurden vornehmlich an Wallfahrtswegen, Kirchsteigen und viel begangenen Wegen aufgestellt, um möglichst viele Menschen zu einem Gebet für sich persönlich und für die Seelen der Verstorbenen einzuladen.
In Wilhelmsthal wandern wir begleitet von den Kreuzwegstationen am Straßenrand die Ortsstraße aufwärts und genießen den nach oben hin immer phantastischer werdenden Ausblick auf den Ort und das malerische Umfeld. An der Kirche vorbei laufen wir weiter bergauf, biegen nach links in die schmale Straße zum Kindergarten ab und kommen zum weithin sichtbaren „Hohen Kreuz“ mit der daneben stehenden Kapelle „Maria am Hohen Kreuz“. Hier verweilen wir und genießen den Ausblick bis in das Maintal, das Kronachtal und bei guter Fernsicht bis zu den Ausläufern der Hassberge. Wir wandern auf dem Kammweg im Wald, später im Freien mit einem schönen Umblick, bis zu der Teerstraße. Gegenüber steht die Kapelle auf dem „Böhla“ die Hesselbacher Kapelle.
Wir biegen nach links ein und kommen mit der Bühlstraße nach Hesselbach (E – 2,7 km) und überqueren die Hauptstraße geradeaus. Am Ortsende führt der Wanderweg durch schön gegliederte Fluren vorbei an einem Teich in einer Senke im Freien aufwärts zur Höhe des Leitenberges zu einer Marter und der Panoramakarte der Dorfgemeinschaft Hesselbach. Hier muss man kurz verweilen, um den schönen, dort beschriebenen Frankenwaldblick zu genießen, der für den Aufstieg voll entschädigt.
Wir wandern geradeaus abwärts, zuerst abwärts durch die Flur, dann durch dichte Waldbestände. Nach geraumer Zeit müssen wir aufpassen, dass wir nicht den Einstieg nach rechts versäumen. Dort wandern wir auf einem Jägersteig ziemlich steil abwärts in das waldumsäumte Tal der Kremnitz. Wir überschreiten den vormaligen Floßbach auf einem Floßsteg und haben gleich das im engen, waldumsäumten Tal der Teuschnitz gelegene, lang gestreckte Kirchdorf (St. Josephskirche) Gifting erreicht (E – 2,7 km). Im Umfeld des Dorfes stehen viele reich verzierte Martern. Einmalig im Landkreis Kronach: die frei stehende Kreuzigungsgruppe aus Sandstein hinter dem ersten Anwesen am südlichen Ortseingang. Sie gehört der Familie Lang und wurde 1983 restauriert. – Unterhalb des Dorfes, mündet die Teuschnitz in die Kremnitz, deren Wasser später die Kronach aufnimmt.
In Gifting wechseln wir über die Straße auf den anderen Ortsteil. Das auffallend stattliche Gebäude vor uns ist das ehemalige Kurhaus des Luftkurortes Gifting. Danach halten wir uns nach links und wandern einen Feldweg aufwärts zum Wald und dort bergan zur Einzel Steingraben (2,1 km). Auf der freien Höhe überrascht uns eine überwältigende Aussicht. Dieser weite, freie Blick begleitet uns, wenn wir auf der Höhe auf der Stichstraße wandern. Wir kommen dabei an der etwas zur Linken hinter Bäumen verdeckt liegenden Einzel Bärengrund vorbei zur dritten Einzel Schafhut (1,2 km). Hier stoßen wir auf den Burgenweg. Mit ihm gehen wir auf dem Sträßlein weiter bis zur Höhe, zum Trebesberger Kreuz, mit der beeindruckenden Aussicht auf das Meer von Wäldern des Frankenwaldes (0,4 km). Von diesem Kreuzungspunkt von Wanderwegen ist es nur etwa 300 m zu den vier Häusern – zwei davon sind Gasthäuser – links abwärts zum Weiler Trebesberg (E). Wir aber wandern mit dem Burgenweg nach rechts zum Wald und dort abwärts bis zu einer weiten Wegespinne. Wir wenden uns kurz nach links und biegengleich wieder nach rechts ab zur nahen, idyllisch gelegenen und zu Rast und stillem Gebet einladenden Waldkapelle St. Maria aus dem Jahre 1848 (1,1 km). Hier soll die Muttergottes im Jahre 1844 einem Hirtenjungen erschienen sein. Das vorgezogene Satteldach des Sandsteinquaderbaues wird an der Vorderseite durch zwei Säulen gestützt.
Wir gehen ein kurzes Stück zurück und laufen dann rechts im Wald aufwärts zur Höhe nach Gries. Dort führt uns der Kapellenweg, an der Einzel vorbei, etwa 200 Meter die Straße abwärts in Richtung Steinberg. Dann aber verlassen wir die Straße nach links (1,0 km) und wandern auf einem naturbelassenen Wiesenweg, später auf einem Waldweg, in Richtung Trebesberg. Nach ca. 15 Minuten erreichen wir eine Wegespinne. Von dieser aus ist es – auf einem Abstecher – nicht mehr weit bergab zur Höringskapelle (1,0 km). Diesen Abstecher dürfen wir nicht versäumen! Wir laufen zurück, schwenken nach rechts ab und kommen zum 400 Meter entfernten Trebesberg mit der Vetterskapelle (0,8 km). Wenn wir sie besuchen wollen, müssen wir im Ort aufwärts gehen und am Ortsende nach rechts abschwenken. Zurück auf unserem Rundweg. Wir laufen wir zwischen den beiden Gasthäusern abwärts zum Wald und dort auf dem Fahrweg (alte Verbindungsstraße) weiter abwärts. Wir kommen durch großflächige Wiesen und Felder zu der sorgsam gepflegten Flurkapelle (0,7 km) und freuen uns über die schöne Aussicht auf das schier unendliche, von Tälern durchzogene Wäldermeer unseres Frankenwaldes.
Hier bietet sich die Möglichkeit zur Abkürzung zurück nach Wilhelmsthal: Wenn wir das wollen, biegen wir an der Flurkapelle nach links zum Wald ab und kommen über den Hang des Trebesberges hinab in das Tal der Kremitz an der Fehneschneidmühle. Eben dort vereinigen sich Kremnitz und Grümpel zur Kronach. Wir überqueren die Kremnitz und ihr Tal hinüber zur Straße und weiter nach rechts zur Staatsstraße und gelangen wir auf den Geh- und Radweg, der uns zurück nach Wilhelmsthal führt (rd. 16 km gesamt). Diese Verbindung würde den Kapellenweg in zwei Rundwanderwege teilen (rd. 14 km). Die Wegestrecke von der Flurkapelle bis nach Wilhelmsthal beträgt 2,5 km. Wir aber wandern geradeaus weiter zum Wald. Wenn wir dann dort den gleichen Weg weiter zum Teil recht steil abwärts wandern, haben wir bald Steinberg erreicht mit den zwei Kirchen und der Mariengrotte an der Abzweigung nach Tiefenbach (E – 1,7 km). Am Ortsende von Steinberg in Richtung Eibenberg wenden wir uns in der Wöhrleite nach links und laufen einen von Buchen umstandenen Waldweg die Hühnerleithe aufwärts bis hin zum 571 m hohen Leitenberg. Unterwegs genießen wir den schönen Blick auf die weite mit Mischwald bestockte und gegliederte Tallandschaft. Wir wandern auf dem angenehmen Waldweg sanft steigend weiter durch lichte, vermischte Waldabteilungen, in denen die Buchen kurzzeitig die Oberhand gewinnen. Immer wieder bieten sich Ausblicke, und der enge, tief eingeschnittene Talgrund des Eibenbaches rückt bei nachlassender Aussicht immer näher, bis wir schließlich den Bach erreicht haben.
Wir begleiten ihn kurz, wenden uns dann nach rechts und kommen durch ein Waldstück und über die Wiese, am Gasthaus „Zur Eibe“ (E) mit den jungen Eiben und am Feuerwehrgerätehaus vorbei zur Straße (3,0 km). Im Ort und im Umfeld finden wir zahlreiche, sehenswerte Kreuze und Bildstöcke – so auch die Hofbauerkapelle einige Meter die Straße nach links. Am Kirchweg (alte Straße nach Steinberg) erinnert eine Marter an einen in einer Schneewehe erfrorenen Bewohner von Eibenberg.
Wir überqueren die Straße, wandern auf einem Wiesenweg leicht abwärts, biegen nach einer Anpflanzung vom Feldweg, zweimal nach links, in den Wald ein und wandern einen bequemen Waldweg abwärts zum noch jungen Tiefenbachbach im engen Talgrund. Dort wenden wir uns nach rechts und erreichen in Begleitung des Tiefenbaches nach etwa 300 Metern die ersten Häuser des Weilers Tiefenbach (1,5 km). Diese Stelle können wir auch leicht ohne Markierung erreichen, wenn wir im Zentrum von Steinberg nach der Kronachbrücke nach rechts der Stichstraße im Talgrund des Tiefenbaches entlang bis hierher wandern. Die sanfte, gleichmäßige Steigung im Tal des Tiefenbaches geht zu Lasten des Laufens auf der Straße. Hier halten wir uns nach halblinks und wandern im Wald bergauf zur Waldstraße Roßlach-Schäferei und zum Fronbauernweg. Nun ist es nach links nicht mehr weit zu dem idyllisch gelegenen, lang gestreckten Weiler Schäferei auf einem 556 m hohen, bewaldeten Bergrücken zwischen dem Tiefenbach und der Remschlitz.
Wir wandern nach links der Häuserzeile entlang und dann weiter zur Kreisstraße (2,0 km), der wir wenige Meter nach links folgen und dann vor dem letzten, einzelnen Haus des Weilers nach rechts abbiegen. Auf einem Forstweg laufen wir nun lange und beständig abwärts durch einen gepflegten Hochwald des Steinberger Staatsforstes bis zum Fuße des gewaltigen Berghanges. Dort wenden wir uns nach rechts. Wir gehen am Waldrand entlang, parallel zur Straße, zum Industriegebiet. Wir müssen Acht geben, dass wir nicht die Abzweigung auf dem Fußweg nach links hinüber, über die Grümpel, zur Straße verpassen! Der Bürgersteig rechts aufwärts führt uns zurück zum Beginn unserer Wanderung in Wilhelmsthal (E – 3,3 km).
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Länge
24,7 km
Wanderzeit
8 Std.
Summe Steigung
779 m
Summe Gefälle
780 m
Maximale Höhe
580 m ü.N.N.
Minimale Höhe
351 m ü.N.N.
Schwierigkeitsgrad
Schwer
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