Sigmaringen



... zwischen Noblesse und Natur

Im rosigen Morgenlicht schälen sich Türmchen und Erker, Balkone, Mauern und Dächer aus dem Dunst über der Donau. Wie die Kulisse eines Märchenfilmes, so thront Schloss Sigmaringen auf einem Felssporn über der Stadt. Gleich ertönen die Fanfaren – der Fürst und sein Gefolge nahen; Ritter und Knappen eilen herbei, um die edlen Herren zu empfangen. So könnte es gewesen sein – so wirkt es immer noch, auch wenn heute Autos über Brücken neben der prachtvollen Schlossanlage fahren und die modernen Fürsten ohne Pomp und Glorie auf  ihrem Stammsitz eintreffen.

Vergangene Zeiten
Sigmaringen und das Schloss der Fürsten von Hohenzollern haben viel vom Flair vergangener Jahrhunderte bewahrt. Eine Streifzug durch die Geschichte ist hier keine trockene Pflichtübung, sondern prallgefüllt mit Leben. Noch immer wirken die eng verschachtelten Gebäudes der Renaissance-Anlage ein wenig wie eine trutzige Ritterburg, und tatsächlich war Burg „Sigimaringin“ der Ursprung des märchenhaften Ensembles auf dem Weißjurafelsen. Die Ritter sind immer noch da. In der Waffenhalle des Schlosses, wo eine der größten privaten Waffensammlung Europas zu sehen ist, stehen starre Rüstungen bereit, hängen Schwerte und Lanzen, Harnische und Visiere als ob sich die Recken gleich mit Rasseln und Klappern in den Kampf werfen wollten. Im Marstallmuseum sind die Karossen untergebracht, mit denen die noblen Damen und Herren zur Jagd, auf Reisen und zum Repräsentieren fuhren, und in 15 Residenz- und Prunksälen steht nach wie vor das original Mobiliar, hängen Gemälde und Gobelins ihrer ursprünglichen Besitzer.

Lebendige Geschichte
Und dann kommen sie: die Zofen und Kammerdiener, die Köche und Gespenster, die einst das Schloss bevölkerten. Sie plaudern aus dem Nähkästchen, wispern von den Vorlieben und Schwächen der königlichen Hoheiten, berichten von den großen Ereignissen, wenn sich Kaiser und König auf Schloss Sigmaringen ankündigten und der ganze Pomp der Hofzeremonien entfaltet wurde. Wer wissen möchte, wie sich die Damen und Herren einst parfümierten und puderten, was sie als Dernier cri aus Paris auf die Schwäbische Alb bringen ließen, wie man sich an den festlich geschmückten Tafeln zu benehmen hatte und was in den Schlossküchen an Leckerein zubereitet wurde, der erfährt unendlich viele Geheimnisse bei ganzjährig veranstalteten Themenführungen, die Kinder, Jugendliche und Erwachsene direkt ins pralle Leben bei Hofe führen. Das lässt sich sogar schmecken bei einer Einladung zu kulinarischen Kostproben, zu Sekt und Selters oder einem Tässchen Tee. Und endlich dürfen kostbare Utensilien aus den Vitrinen einmal berührt und befühlt werden.

Zurück in die Zukunft
Doch Stadt und Schloss sind nicht nur höfische Geschichte. Die Architektur Sigmaringens ist ein lebendiger Spiegel für die elegante Epoche zwischen 1805 und 1945 als die Stadt an der Donau zuerst  Landeshauptstadt und dann preußischer Regierungssitz war. Die Schlossfassade zeugt von Um- und Anbauten wie dem Museum für die kostbare Kunstsammlung von Fürst Karl Anton, das zwischen 1862 und 1867 entstand. In direkter Nachbarschaft kann rund um den Leopoldplatz ein typisches Ensemble für diese Zeit bestaunt werden mit Prinzenbau, Stände- und Landeshaus und dem Reiterstandbild von Fürst Leopold. Es braucht auch nicht viel Fantasie, um sich den Spitznamen der Karlstraße vor Augen zu führen, die im Volksmund „Zylindergasse“ hieß. Ende des 20. Jahrhunderts führten hier Regierungsbeamte ein geruhsames Leben. Ihre Galakleidung, die sie gerne ausführten, waren Frack und Zylinder. Die Karlstraße, heute ein modernes Behördenzentrum, ist noch immer gesäumt von prachtvollen Verwaltungsgebäuden und der Evangelischen Stadtkirche, die auch vom Selbstbewusstsein der Bürger zeugen.

Mitten im Grünen
Das Wahrzeichen Sigmaringens ist eindeutig das alles überragende Schloss. Aber in der sehenswerten Stadt unserer Tage mit vielen Festen und Veranstaltungen für Bürger und Gäste gibt es noch viele Kleinode, die bei Stadtführungen oder einem Bummel durch die Gassen selbst entdeckt werden können. Unbenommen einzigartig ist die Lage im Naturpark Obere Donau. Der zweitlängste Fluss Europas ist hier noch weit davon entfernt ein schiffbarer Strom zu sein, der in seinem Lauf zehn Länder durchmisst. Jung und unbekümmert mäandert er zwischen steilen Felsen und bewaldeten Hügeln durch eine sattgrüne artenreiche Auenlandschaft, Heimat von Wanderfalken, Uhu, Gämse und Luchs. Wer naturnahe Orte schätzt, ist hier ebenso glücklich wie Aktivurlauber, die gleich hinter den Toren der Stadt Golfplätze, Kletterfelsen, Kajak- und Kanureviere und Fahrradwege sowie unendlich viele attraktive Möglichkeiten zum Wandern finden. Sogar im Winter kommen Langläufer im Naturpark auf ihre Kosten. Und wer an stillen Tagen zwischen Knopfmacherfelsen und Kloster Beuron wandert, der ist mit allen Sinnen zwischen Urzeit und Heute unterwegs.


Weitere Informationen über Sigmaringen:



Tourist-Info der Stadt Sigmaringen
Schwabstraße 1
72488 Sigmaringen
Telefon (07571) 106 224
Telefax (07571) 106 177
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