Solnhofen

Solnhofen
Am Anfang der Geschichte des Ortes lebten die Menschen in Solnhofen von einer Ziegen- und Schafbeweidung in einer armen und kargen Juralandschaft. Mit dem Steinabbau der „Solnhofener Platten“ hat der Ort echten Weltruf erlangt. Dieser Kalkstein, der im Urmittelmeer entstanden ist, erinnert daran, das ursprünglich alles Leben aus dem Meer kommt. Unsere Erde, der „blaue Planet“ hat in der Jurazeit eine Vielfalt des Lebens hervorgebracht, die selbst die Wissenschaft immer wieder ins Staunen versetzt.

Sola-Basilika

Solnhofen, der Ort des Heiligen Sola wird erstmals in einer Urkunde von 817 erwähnt. Das Bethaus des Mönches Sola wurde nach dem Jahre 750 als dritte Kirche in Ort gebaut. Von nationaler Bedeutung ist das karolingische Baudenkmal der Sola-Basilika. Sie ist der fünfte Bau von insgesamt sieben übereinander gebauter Kirchen, und umfasst die dreischiffige Basilika mit Krypta und der Tumba des Heiligen Sola. Die heue noch vorhandenen Bausubstanz karolingischer Kirchbaukunst ist als Bodendenkmal eingetragen.

Steinbruchlandschaft und Hobbysteinbrüche

Die einzigartige Steinbruchlandschaft gilt als Wiege des Geotourismus in Süddeutschland. Durch die frühe Vernetzung von Industrie und Tourismus schon vor Jahrzehnten ist die Steinbruchlandschaft heute für die Besucher gut erschlossen. Zum einen können Steinabbau, Verarbeitung und Natursteinausstellungen vor Ort erlebt werden. Der edle Kalkstein ist auch heute noch sehr beliebt. Zum anderen bieten Hobbysteinbrüche in den Original Solnhofener Plattenbrüchen Gelegenheit, selbst nach Fossilien und Mineralien zu suchen. Eine Besonderheit ist die Außenstelle des Museum, dort können sich Kinder, Jugendliche, Familien und Gruppe mit fachlicher Anleitung auf Schatzsuche begeben.

Lithografie & Senefelder- Denkmal
Im Jahre 1798 hat Alois Senefelder den als Lithografie bezeichneten chemischen Flachdruck erfunden. Voraussetzung für die Lithografie war und ist die einzigartige Qualität bestimmter Schichten der Solnhofener Plattenkalke, wie sie nur oberhalb der Ortschaft auf der Jurahöhe vorkommen. Die Lithografie ist als Vorläufer-Erfindung des modernen Offset der Ursprung der globalen Druckindustrie. Das Senefelder-Denkmal in der Ortmitte steht für die Bedeutung des Solnhofener Natursteins für die Erfindung des chemischen Flachdrucks.

Fossilien

Solnhofen gehört zu den klassischen Geo-Lokalitäten der Erde. Die erste Erwähnung eines bestehenden Klostersteinbruchs stammt aus dem Jahre 1423. Die älteste Abbildung von Fossilien von Marius Besler aus dem Jahre 1616. Die bei der Steingewinnung entdeckten Fossilien finden große Aufmerksamkeit. Als 62 Jahre nach Erfindung der Lithografie im Jahre 1860 im Solnhofener Bruch die älteste fossile Vogelfeder, die „alte Feder“ Archaeopteryx entdeckt wird, nur ein Jahr später im benachbarten Langenaltheim das erste Skelett des Urvogels ans Tageslicht kommt, wird Solnhofen ein zweites Mal weltberühmt.
Mit seinen archaischen Reptilmerkmalen auf der einen Seite, und seinen modernen Vogelmerkmale auf der anderen Seite erweist sich  Archaeopteryx schnell als Kronzeuge für die heiß diskutierte Evolutionstheorie von Charles Darwin. Heute dürfte Archaeopteryx das berühmteste Fossil der Erde sein.

Museum Solnhofen, wissenschaftliches und kulturelles Zentrum

Ehrenbürger Friedrich Müller hat dem vielleicht berühmtesten Fossilienort der Welt ein eigenes Fossilienmuseum ermöglicht. Herausragendes Exponat ist das „Solnhofener Exemplar“ des Archaeo
pteryx, das in die Liste der nationalen  Kulturgüter aufgenommen ist. Das Museum hat mit seinen wissenschaftlich betreuten Sammlungen heute hohes internationales Format. Mit dem neuen 9. Exemplars des Urvogels ist das Museum die weltweit einzige Kulturstätte, in der zwei der zehn bekannten Originale des Urvogels. In der einzigartigen Fossilschau auf sind auch Riesenhaie und –Rochen, Raubfische, Fischsaurier, Flugsaurieren, Schildkröten. Die Abteilung Lithografie gewinnt mit der Stiftung des Berliner Künstlers Hans Joachim Zeidler und durch künstlerische Arbeiten des Gernsheimers Mario Derra hinzu, und wir neu gestaltet

Felsengruppe Zwölf Apostel
Im ausgehenden Erdmittelalter waren Europa und Afrika noch durch einen Ozean getrennt. Darin entwickelte sich unsere heutige Juralandschaft zu einem traumhaft schönen Insel-Archipel mit blauen Lagunen und Korallenriffen unter tropischer Sonne. Für jeden weithin im Tal der Altmühl zwischen Solnhofen und Esslingen sichtbar, ist die „Felsengruppe Zwölf Apostel“ das lokale Wahrzeichen dieser jurazeitlichen Epoche. Entstanden aus einem Schwamm-Mikrobenriff vor 150 Millionen Jahren, und später durch die Erosionen  in einzelner Felstürme zerklüftet, gilt die Felsengruppe als landschaftsprägendes Element zu den bekanntesten Postkartemotiven des Naturparks. Seit dem Jahre 2006 ist das Naturschutzgebiet in die Liste der 100 schönsten Geotope in Bayern aufgenommen.

Wechselvolle Naturlandschaft

Gastronomien des Ortes, Bootsverleihe  sowie eine Insel in der Altmühl mit Zeltplatz eröffnen weitere Freizeitmöglichkeiten. Dazu gehören Wandern, Radfahren und Bootsfahren entlang der Altmühl mit  Halbtrockenrasen und Wacholderheiden, der Heimat des hier noch endemisch lebenden Apollofalters und vieler Orchideen. Die unberührte Natur im Gebiet der Zwölf Apostel  lässt sich durch den Altmühlpanoramaweg sowie einer Reihe weiterer Wanderwege erkunden. Das bioklimatische Schonklima lädt dazu ein, frische Luft zu tanken. In Solnhofen fließt die Altmühl im Urmaintal, das bei Dollnstein in das Urdonautal mündet. Solnhofen zeugt von einer wechselhaften Geschichte.


Weitere Informationen über Solnhofen:



Gemeinde Solnhofen

Bahnhofstr. 8
91807 Solnhofen
Telefon (09145) 8320-0
Telefax (09145) 8320-50
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www.solnhofen.de