18. Nov 2016

Wander- und Wellnessurlaub mit kleinen Kindern: So haben alle etwas davon

 

Viele Reiseziele in Deutschland eigenen sich gerade mit Kindern für einen tollen Urlaub. Die Anfahrt ist nicht so lange und die Abwechslungsreiche Landschaft hat für jeden Geschmack etwas zu bieten. Bei den Ferien in der Natur können sich die Kinder richtig schön austoben. Nebenbei bieten sich für die Eltern verschiedene Möglichkeiten, vom Alltagstrubel abzuschalten.

bild wandern

Wellness und Kinder, das sind zwei Begriffe, die irgendwie nicht zusammen zu passen scheinen. Auf der einen Seite totale Entspannung, Ruhe und ein zenartiger Zustand, auf der anderen Seite Bewegungsdrang, Freude am Toben, Krach machen und pure Lebensenergie. Bei einem Wander- und Wellnessurlaub können deshalb Aktivität und Entspannung unter einen Hut gebracht werden.

Als erstes so richtig Austoben

Allerdings muss der Wellnessurlaub mit Kindern komplett anders geplant werden und ein paar Abstriche in puncto völliger Entspannung werden dennoch gemacht werden müssen. Aber einiges ist durchaus auch als Familie möglich. Für die Kleinen ist es wichtig, ihrem Bewegungsdrang nachzugehen und sich auszutoben.

Bei verschiedenen Wanderungen in der Umgebung können Kinder viel entdecken und sich auspowern. Danach sind sie müde und freuen sich selbst auf ein wenig Entspannung oder Kuscheln. Je nach Alter der Jüngsten können die Touren einen ganzen Tag oder auch nur ein paar Stunden dauern. Dann kann der Rest des Tages mit Entspannungsprogramm gefüllt werden.

Ein familienfreundliches Hotel ist Gold wert

Das A und O für einen gelungenen Wellnessurlaub mit Kindern ist eine passende Unterkunft. In vielen Urlaubsregionen gibt es Angebote für eine Kinderbetreuung, während die Eltern etwa eine Massage genießen können. Deshalb ist es wichtig, sich das Hotel für den Wellnessurlaub mit Kind und Kegel im Vorfeld genau anzuschauen. Es gibt sie nämlich durchaus, die Hotels, in denen auch Kinder herzlich willkommen sind und in denen es sogar ein spezielles Wellnessprogramm für kleine Genießer gibt.

Natürlich fallen lange Saunatage für die Kleinen aus, aber so manches kinderfreundliche Hotel lässt sich wirklich etwas einfallen, damit sich auch die jüngsten Gäste richtig wohl fühlen können. Da gibt es zum Beispiel Kinderschminken und Mani- oder Pediküre, wobei sich die lieben Kleinen spielerisch genauso hübsch machen lassen können wie Mama und Papa.

Besondere Angebote für Kinder

In wirklich gut ausgestatteten Familien-Wellnesshotels stehen sogar ausgebildete Masseure mit Zusatzqualifikation zur Verfügung, die sich zum Beispiel auf Babymassage oder sanfte Massagetechniken für kleine Kinder verstehen. Manchmal gibt es auch die Möglichkeit, vor Ort ein Seminar für Eltern zu belegen, um selbst ein paar Techniken im Bereich Baby- und Kindermassage zu erlernen. Dann kann nach einem anstrengenden Ausflug gemeinsam mit den Kindern gekuschelt und entspannt werden. Wer sich im Vorfeld über notwendige Qualifikationen und Fähigkeiten informieren möchte, die für die Massage von Babys und Kleinkindern erforderlich sind, kann sich auf der Internetseite der Deutschen Gesellschaft für Baby- und Kindermassage e.V. informieren.

bild kinder wellness

Und wenn all dies das Interesse der jüngsten Mitreisenden nicht wecken kann, haben familienfreundliche Wellnesshotels auch noch ein deutlich aktiveres Unterhaltungsprogramm in petto, mit dem die Kleinen ein paar Stunden beschäftigt sind, während die Erwachsenen in der Sauna oder auf der Massageliege die Seele baumeln lassen.

Nach dem Wandern Entspannung in der Sauna

Nach dem Wandern ist ein Saunagang das Non-Plus-Ultra. Bei köstlichen exotischen Düften kann sich vom anstrengenden Aufstieg auf den Berg erholt werden. Aber wie sieht es mit kleinen Kindern oder sogar Babys aus? Dürfen sie überhaupt mit in die Sauna und wie wirkt sich die Hitze auf ihren empfindlichen Kreislauf aus?

bild kinder sauna

In vielen Hotels steht ein umfangreicher Wellnessbereich zur Verfügung. Dann sind oft auch Saunen oder Dampfbäder mit niedrigeren Temperaturen vorhanden und diese eignen sich durchaus auch für kleine Kinder.

Es gibt nur wenige Studien, die sich mit den Auswirkungen von Saunagängen auf den Organismus sehr kleiner Kinder und Babys beschäftigen. Die wohl repräsentativste wurde 2001 an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg durchgeführt. Dort haben Forscher 99 Säuglinge beim Saunieren beobachtet und festgestellt, dass schon sehr kleine Kinder ab ungefähr drei Monaten in der Lage sind, ihre Körpertemperatur und ihren Kreislauf ausreichend zu regulieren, um kurze Saunagänge zu verkraften. Eine 2010 durchgeführte Studie derselben Wissenschaftler, die auf der vorherigen aufbaut, hat allerdings auch gezeigt, dass die Saunagänge den kindlichen Organismus zwar nicht zu stark belasten, ihn aber auch nicht unterstützten, zum Beispiel im Hinblick auf das Immunsystem.

Die wichtigsten Regeln im Überblick

Es bleibt also jedem selbst überlassen, ob alleine oder in Begleitung der Kinder in der Sauna geschwitzt wird. Hier ein paar wichtige Anhaltspunkte:

  1. Experten im Bereich Kindergesundheit sind sich nicht einig, ob Saunieren für den kleinen Organismus von Vorteil ist oder ihn doch zu stark belastet. Natürlich kann das Immunsystem von Babys und Kleinkindern vor allem in der Erkältungszeit einen Extrakick gebrauchen, ob die Sauna dafür aber der richtige Ort ist, da scheiden sich auch heute noch die Geister.
  2. Babys, die jünger als drei oder vier Monate sind, haben in der Sauna absolut noch nichts zu suchen. Ihr Körper ist noch nicht ausreichend in der Lage, den Kreislauf und die Temperatur zu regulieren. Die Hitze in der Sauna kann sich dann gesundheitsschädigend auswirken.
  3. Für Babys und Kleinkinder ist trockene Hitze am besten geeignet. Mehr als 70 Grad sollten es in der Sauna aber nicht sein. Und Finger weg von Aufgüssen. Die darin enthaltenen ätherischen Öle können die Schleimhäute der Kinder stark reizen.
  4. Nur wenige und sehr kurze Saunagänge reichen für Kinder völlig aus. Höchstens zwei bis fünf Minuten sollte ein Saunagang dauern. Dann ist es genug. Übrigens: Auch wenn die Eltern selbst gerne auf der höchsten Ebene schwitzen, sollte dem Kind zuliebe höchstens auf der mittleren Bank und weiter entfernt vom Ofen Platz gesucht werden.
  5. Für Erwachsene sind kalte Güsse nach dem Saunagang der besondere Frischekick. Kleine Kinder sollten aber lieber darauf verzichten und sich lauwarm abduschen, wenn sie aus der Sauna kommen.
  6. Trinken, trinken, trinken. Die Erwachsenen vergessen dies selbst ganz gern, aber für Kinder ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr noch wichtiger. Wer mit Kindern in die Sauna geht, sollte dafür sorgen, dass vorher und nachher immer reichlich Flüssigkeit zu sich genommen wird – am besten nicht zu kaltes Wasser.

Weitere Informationen zum Thema Sauna für Schwangere und Babys hat auch der Deutsche Sauna-Bund e.V. zusammengestellt.

Mit der Familie kann mit einem abwechslungsreichen Programm neben dem aktiven Teil im Urlaub auch entspannt werden. Wenn die Kinder zunächst ihrem Bewegungsdrang bei Wanderungen in der Natur freien Lauf lassen können, freuen sie sich, danach mit den Eltern entspannen zu können. Bei einer Mischung aus Outdooraktivitäten und Ruhephasen im Kreise der Liebsten ist für jedes Familienmitglied etwas dabei.

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