Vielfalt der Landschaften: Wandern auf den ostatlantischen Vulkaninseln

Die Beliebtheit von Wanderurlauben bei den Deutschen steigt: Im Jahr 2015 gaben 17,31 Prozent der Bevölkerung an, diese Reiseform zu bevorzugen. Kein Wunder: Sie ermöglicht den direkten Kontakt mit der Natur und hilft bei der Stressbekämpfung. Doch es müssen nicht immer Wanderwege in Europa sein: Wer Fernweh hat und darüber hinaus beim Wandern vielfältige und neue Landschaften erkunden möchte, kann zum Beispiel auch im Mittel- und Hochgebirge der Kapverden auf Entdeckungsreise gehen.

bild001Die etwas andere Art des Wanderns: Auf den Kapverden können vielfältige Landschaften– wie zum Beispiel die Wüstengegend auf Boa Vista – erkundet werden.

„Grünes Kap“ oder Berglandschaft? Die Kapverden im Überblick

Bei den Kapverden handelt es sich um einen afrikanischen Inselstaat. Insgesamt besteht er aus 15 Inseln. Dabei wird zwischen zwei Gruppen unterschieden:

  • Ilhas de Barlavento (Inseln über dem Wind):  Santo Antão, São Vicente, São Nicolau, Sal, Boa Vista, Santa Luzia, Branco und Raso

  • Ilhas de Sotavento (Inseln unter dem Wind): Maio, Santiago, Fogo und Brava und Ilhéus do Rombo

Der Name „Kapverden“ kommt vom portugiesischen „Cabo Verde“ und bedeutet „Grünes Kap“. Doch die Kapverden sind nicht ausschließlich grün: Es gibt dort unter anderem auch wüstenähnliche und Berggebiete. Mit den vielfältigen Landschaften gehen auch unterschiedliche Anforderungen an den Wanderer einher: „Mal sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt, mal können ungewohnte Wärme und schweißtreibende Höhenmeter die Kondition (…) auf eine ernsthafte Probe stellen.“

(Quelle: www.reisetraeume.de/kapverden-wandern-trekking.html). Doch vor dem Wanderabenteuer auf den Kapverden müssen Urlauber einige Dinge berücksichtigen.

- Einreise: Wie bei allen Fernreisen müssen auch bei der Einreise in die Kapverden bestimmte Reise- und Sicherheitshinweise beachtet werden. Dazu gehören unter anderem die dafür erforderlichen Reisedokumente und das Visum sowie der Impfschutz. Wanderer werden außerdem auf häufige Überfälle hingewiesen, weswegen Bergwanderungen nur mit einem ortskundigen Führer durchzuführen sind. Auch Informationen zum Vulkanausbruch auf Fogo im November 2014 und aktuelle medizinische Hinweise – zum Beispiel bezüglich des Zika-Virus – sollten berücksichtigt werden.

- Wanderverpflegung: Wie bei jeder Wanderung muss auf die richtige Verpflegung geachtet werden. Aufgrund der tropischen Temperaturen verliert der Körper beim Wandern auf den Kapverden durch das Schwitzen besonders viel Flüssigkeit. Daher müssen die Wanderer unbedingt auf regelmäßiges Trinken achten. Auch an Powernahrung wie Obst und Nüsse sollte gedacht werden.

Sind alle notwendigen Vorbereitungen getroffen, kann es losgehen: Der Wanderer darf auf eine spannende und vielfältige Entdeckungstour quer über die Vulkaninseln gehen.

Feurig: Vulkanlandschaften auf der Insel Fogo

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Fogo“ bedeutet Feuer und genau das ist die heißeste Insel der Kapverden: feurig. Erst im November 2014 kam es zum Ausbruch des Vulkans Pico de Fogo. Seit November 2015 ist die Besteigung wieder erlaubt, der Vulkankrater Chã das Caldeiras ist seit Mai 2015 wieder zugänglich. Die Insel kann besonders mit eindrucksvollen Vulkanlandschaften punkten und ist vor allem für fitte Urlauber sehenswert: Bei der sportlichen Vulkantour wird der Pico de Fogo erwandert und erklommen. Dabei ist es möglich, erkaltete Lavaströme, Kaffeeplantagen und nebelige Gebiete zu bewundern. Ein Highlight ist der Aufstieg auf den Gipfel des Picos, wonach ein schöner Meerausblick genossen werden kann. Doch auch der Klettersteig auf der Bordeira gehört zu den Must-Do´s erfahrener Alpinisten: Hier können sportliche und schwindelfreie Urlauber über dem Einsturzkrater der Caldeira wandern und klettern, und befinden sich dabei direkt an und auf den Steilhängen der Bordeira und am Pico. Aber auch für Nicht-Alpinisten ist es möglich, bei einer Vulkan- und Höhlentour die feurigen Landschaften Fogos zu erkunden.

Unzähmbar: Blumenlandschaft auf der Insel Brava

„Brava“ heißt übersetzt unzähmbar und bezieht sich wohl auch auf die farbenprächtigen Blumenwelten der grünsten Insel der Kapverden. Besonders Oleander- und Hibiskussträucher sowie Bougainvilleapflanzen sind auf der idyllischen Insel verbreitet. Die Insel Brava ist besonders für Wanderer mit weniger Kondition geeignet: Das bunte Blumenmeer und die verschiedenen Wanderrouten ermöglichen eine erholsame Wanderung. So können die Urlauber beispielsweise ins Faja-Tal oder zur Quelle von Vinagre wandern oder die Hauptstadt Vila Nova Sintra besichtigen. Vom Wallfahrtsort Nossa Senhora do Monte aus können sie außerdem hinunter bis ans Meer wandern.

Hügelig: Bergwelt auf der Insel Santo Antão

bild003Auf der hochgebirgigen Insel Santo Antão ist dagegen wieder Trittsicherheit und Schwindelfreiheit gefragt. Santo Antão zeichnet sich vor allem durch seine außergewöhnliche Bergwelt und Felsspitzen aus und lädt zum Beispiel zu herausfordernden Trekkingtouren ein: Über den Cova-Krater können Wanderer nach Vila das Pombas hinabwandern und anschließend auf einem schwindelerregenden Abstieg nach Chã de Pedras weiterklettern. Bei der Steilküstenwanderung von Chã de Igreja auf schmalen Maultierwegen ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit zwar ein Muss, dafür lohnen sich aber der Meerausblick sowie die engen Schluchten und steilen Felsen. Doch auch bei einer Tour von Chã de Morte nach Alto Mira III gibt es schöne Sehenswürdigkeiten, zum Beispiel das tief eingeschnittene Tal Ribeira das Patas. Von der Hochebene in Norte aus kann eine Wüstenwanderung bis hinunter nach Monte Trigo ans Meer durchgeführt werden.

Gegensätzlich: Historische Stätten und lebendige Kultur auf der Insel Santiago

Die Hauptinsel Santiago ist vor allem durch ihre Gegensätzlichkeit geprägt: Einsame Pfade verbinden historische Stätten und lebendige Kulturveranstaltungen miteinander. In der alten Hauptstadt Cidade Velha kann beispielsweise die Geschichte der Kapverden erkundet und ein Spaziergang in die Schlucht zur Felsenquelle Aqua Verde durchgeführt werden. Von Boca Larga aus können Urlauber nach Rasto hochsteigen und einen Blick über die ganze Insel sowie – an klaren Tagen – über Fogo, Maio und Boa Vista genießen. Auf manchen Wanderstrecken kommen sie in direkten Kontakt mit dem Leben der einheimischen Bevölkerung und lernen somit eine fremde Kultur kennen. Auch die Wanderung auf das Dach von Santiago, den Pico Antonia, ist ein Highlight dieser Insel. Bei einigen Touren, zum Beispiel vom Meer zur Ribeira Principal, ist Schwindelfreiheit gefragt, da die Bergformationen auch einige ausgesetzte Stellen aufweisen.

Fazit

- Vor der Einreise in die Kapverden müssen Urlauber einige Reise- und Sicherheitshinweise beachten.
- Sind sie erst einmal angekommen, können sie jedoch die Vielfalt der Landschaften auf den ostatlantischen Vulkaninseln erkunden.

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