09. Jan 2018

Raus aus dem Alltagstrott – 4 Impulse für eine gelungene Winterwanderung

 

Es ist jedes Jahr das Gleiche: Die Weihnachtsfeiertage werden traditionsgemäß dank schwerer Speisen und Getränke recht kalorienhaltig begangen und kaum wurden neue Vorsätze über die Steigerung der eigenen Sportlichkeit geschmiedet, droht der Otto-Normalverbraucher schon wieder in seinem Alltagstrott zu versinken. Dabei kann es so einfach sein, die natürlichen Bedingungen seiner Umgebung sportlich zu nutzen. Und was ist hierbei einfacher und bequemer als eine schöne Winterwanderung?

Der Volksmund rät zu einem gelungenen Wandererlebnis: „Wer wandern will, der schweig fein still. Geh' steten Schritt. Nehm' nicht viel mit“. Doch das Wandern ist heutzutage nicht mehr nur des Müllers Lust, denn mittlerweile geht mehr als die Hälfte der Bevölkerung gerne wandern und löhnt hierfür laut einer aktuellen Studie, so zeit.de , mehr als elf Milliarden Euro pro Jahr für Ausrüstung, Vorbereitung und Verpflegung. Auch bei den jungen Leuten wird diese Outdoor-Aktivität allmählich zum Trend.

Gewandert wird zu jeder Jahreszeit und es verbindet den Menschen auf eine natürliche Weise mit seiner Natur. Wandern ist also gesund und punktet gleichzeitig durch eine nur mäßige körperliche Anstrengung. Selbst im Winter sind 20 bis 25 Prozent der Deutschen unterwegs. Über einen gewöhnlichen Spaziergang hinausreichend umfasst eine „richtige“ Wanderung nach Definition des Wanderverbands einen Zeitraum von etwa einem halben Tag, an welchem eine Strecke von durchschnittlich 13 Kilometern bei gemäßigter bis zügiger Geschwindigkeit abgelaufen wird.


Nutzen Sie Ihre Freizeit, um dem Trubel zu entfliehen und sich wieder neu in der Natur zu verwurzeln! Quelle: pixabay.com © Noel_Bauza (CC0-Lizenz)

Doch bevor Sie direkt loswandern, sollten Sie vorher noch folgende Inputs beherzigen. Denn Sie sollten schließlich wissen:

  • - Wo soll gewandert werden?
  • - Womit die Kraftreserven auffüllen?
  • - Was ist anzuziehen?
  • - Wann bin ich optimal ausgerüstet?

  • 1. Wo soll gewandert werden?

    Im Zusammenhang mit einer Wanderung denken die meisten sofort an das Hochgebirge. Egal ob es ins Alpenvorland oder direkt auf die Alpen gehen soll, leicht zu erreichen sind Bayern, Österreich und die Schweiz über sämtliche Autobahnen des Bundesgebietes – und das nicht nur für süddeutsche Wanderlustige. Insbesondere das preiswerte und gebirgige Österreich lädt zu einer Winterwanderung geradezu ein. Doch wer eine lange An- und Abreisezeit sowie steilere Auf- und Abstiege vermeiden möchte, wird auch in den diversen Mittelgebirgen Deutschlands auf seine Kosten kommen.

    2. Womit die Kraftreserven auffüllen?

    Vor der Tour: Beim Frühstücken sollte der Wanderer darauf achten, dass er kein Völlegefühl bekommt. Denn im übermäßig satten Zustand ist man nicht besonders leistungsfähig oder gar marschfreudig. Optimal ist es, morgens zwar reichlich, aber eher leicht zu frühstücken. Der komplette Ausfall des Frühstücks kann einem Wanderer hingegen übel aufstoßen, denn läuft der Körper einmal auf Hochtouren, braucht er zwangsläufig die Energie der Kohlenhydrate und Fette, um reibungslos funktionieren zu können.

    Während der Tour: Als grundlegende Maxime sollten Sie sich merken: Trinken Sie viel und oft! Eine weitere Maxime lautet: Je länger Ihre Tagesetappe sein wird, desto mehr Energie werden Sie folglich verbrauchen und desto mehr Pausen sollten Sie einplanen, um Ihre Energiereserven wieder aufzufüllen. Machen Sie am besten viele kurze Pausen mit kleinen Snacks. So vermeiden Sie Schwankungen des Blutzuckerspiegels und damit eventuell verbundene unerwünschte Leistungseinbrüche. Neben Energieriegeln bieten sich jedoch auch natürliche Lebensmittel an, durch welche Energie schnell verfügbar ist:

  • - Honig
  • - Joghurt
  • - Marmelade
  • - Müsli
  • - Nüsse
  • - Obst – vor allem Bananen
  • - Vollkornbrot
  • Auf einer Wanderung wiederum sollten Ihre Speisen leicht und trotzdem sättigend sein. Sie können noch Brotaufstriche (klein verpackt), Cracker oder sogenannte „Trekking-Kekse“ einpacken. Auch über bereits zubereitete Nudeln mit beispielsweise Pesto freut sich der ausgehungerte Wanderer auf seiner Wandertour.

    Nach der Tour: Der lange Wandertag ist geschafft? Jetzt gilt es, die Flüssigkeit- und Mineralstoffverluste wieder auszugleichen. Neben ausreichendem Trinken kann insbesondere eine ausgewogene Kost mit Gemüse oder Hülsen- und Trockenfrüchten dem Körper Kalium, Magnesium und Natrium liefern. Ferner sorgen unmittelbar nach der Wandertour leichtverdauliche Milchproteine in Kombination mit Kohlenhydraten nicht nur für einen Muskel regenerierenden Effekt, sondern mindern auch die belastungsbedingte Schwächung des Immunsystems.

    Ebenso empfehlenswert: Halten Sie auch die Augen offen für die eine oder andere regionale Geheimspeise! So können Sie gleichzeitig Ihren Rucksack entlasten.


    Eine zünftige Mahlzeit ist die verdiente Belohnung nach einem langen Fußmarsch. Quelle: pixabay.com © Hans (CC0-Lizenz)

    3. Was ist anzuziehen?

    Unabhängig davon, ob Sie eine leichte Tageswanderung oder eine mehrtägige Tour bei extremer Witterung in Angriff nehmen, die Wanderbekleidung ist maßgeblich für Ihr Wohlbefinden während des Wanderns verantwortlich. Generell sollte stets auf atmungsaktive Kleidung Wert gelegt werden. Dazu zählen:

  • - Hose
  • - Jacke (mit Kapuze)
  • - Schuhe
  • - Socken
  • - Unterwäsche
  • Qualitativ hochwertige Stoffe transportieren zudem Feuchtigkeit optimal nach außen. Der Körper wird hierbei vor starker Kälte und einem Hitzestau innerhalb der Kleidung geschützt. Optimal sind wasser- und windabweisende „Softshelljacken“. Unter „Hardshell“ sind üblicherweise die sogenannten Funktionsjacken zu verstehen. Diese aus mehreren Folienschichten bestehende Jacke ist für Wanderungen bei extremen Wetterbedingungen vorzuziehen. Des Weiteren schützt das richtige Schuhwerk den Fuß und gibt ihm Halt. Das heißt, der Schuh sollte nicht „drücken“ und wetterfest sein.

    Für Winterwanderungen sind ferner Handschuhe und Mützen nicht zu vergessen. Ein Allrounder ist hierbei zum Beispiel der „Buff“, eine Art Schlauch-Tuch, das sich als Schal oder Stirnband verwenden lässt. Kopfbedeckungen mit UV-Schutz machen auch im Winter Sinn – und das nicht nur bei sonnenempfindlichen Menschen. Schließlich bewegen Sie sich einen Großteil des Tages unter freiem Himmel. Denken Sie daher auch an Ihre Sonnencrème!

    4. Wann bin ich optimal ausgerüstet?

    Eine universelle Packliste gibt es nicht. Es ist jedoch ratsam, Karten, Kompass und Trekking-Stöcke mitzunehmen. Eine gute Sonnenbrille schützt sie ferner vor dem Licht, welches der Schnee reflektiert. Eine kleine Reiseapotheke in Form von Heftpflastern, einer Mullbinde, Schmerzmitteln und Verletzungssalben ist ebenso unabdingbar. Auch das Mobiltelefon sollte eingepackt werden; aber bitte nur für Notfälle! Taschenlampen helfen Ihnen, auf dem Weg zu bleiben, falls es einmal später werden sollte. Traubenzucker hält Sie bei akutem Unterzucker, der oftmals in Kopfweh und Schwindel Ausdruck findet, fit.

    Galten früher eher bodenständige Menschen als wanderaffin, so sind es heutzutage nebst den „Abenteurern“ insbesondere die „Anspruchsvollen“, die „Kritischen“, die „Realisten“ und die „Weltoffenen“ unter uns. Welcher Wandertyp sind Sie? Machen Sie hier den Check.

    Eine gute Wanderung!