23. Mai 2015

Outdoor-Urlaub mit den Kindern

 

Viele Eltern sind naturbegeistert und wollen ihren Sprösslingen diese Faszination nahebringen. Doch Kinder erleben den Aufenthalt und die Beschäftigung im Freien ganz anders als wir Erwachsenen. Von der angemessenen Ausrüstung über geeignete Routen bis hin zu einer kindgemäßen Zeitplanung sind hier einige Dinge zu beachten, um dieses Ziel zu erreichen.

Geeignete Aktivitäten

Es gibt sehr viele Möglichkeiten, mit den Kindern einen schönen Outdoor-Urlaub zu erleben. Dabei sollten sich auch die Eltern wohlfühlen. Beim Begriff Outdoor denken viele zunächst einmal an Wandern. Doch Kinder haben dabei nicht das Ziel, möglichst viele Kilometer zurückzulegen oder einen berühmten Gipfel zu erklimmen.

Wandern mit Kinder
Foto: wanderkompass.de /SL

Für sie sind die Erlebnisse bei der Wanderung selbst wichtig. So sollte auf jeden Fall Zeit eingeplant werden, um Tiere wie umherschwirrende Schmetterlinge oder scheu davonspringende Rehe zu beobachten. Dasselbe gilt für Besonderheiten des Wanderweges, wie das Waten in einem herabstürzenden Gebirgsbach oder das Pflücken schöner Blumen oder wilder Beeren. Erleichtert wird dies durch Naturlehrpfade, die häufig Kennenlernaktivitäten, Modelle und kindgerechte Bebilderungen bereithalten.

Doch mit dem Wandern sind die Möglichkeiten im Outdoorbereich noch lange nicht erschöpft. Die Wanderung kann bei älteren Kindern durchaus in einen kurzen Campingaufenthalt mit Lagerfeuer, Gruselgeschichten und Grillen münden. Radfahrer können kindgerechte Strecken als Familie zurücklegen. Gemeinsames Rafting oder gesichertes Klettern stärken das Vertrauen und das Zusammengehörigkeitsgefühl der Familie. Dasselbe gilt für eine gemeinsame Kanufahrt.

Ausrüstung, Packen und Tragen

Wenn die Familie unterwegs ist, sollten die Eltern auf eine angemessene Ausrüstung für ihre Kinder achten. Diese sollten zudem auch kindgemäß gepackte Rucksäcke tragen, wobei dies bei kleineren Kindern oder kürzeren Touren auch ausbleiben kann.

Zunächst sollte ein Rucksack durchdacht gepackt werden. Schwere Gegenstände müssen möglichst nahe an den Rücken gepackt werden. Eine gute Aufteilung erleichtert den Kindern die Übersicht. Gesundes Essen, genügend Getränke, Sonnenschutzmittel, eventuell Medizin und Karten oder GPS-fähige Geräte zur Orientierung sind sinnvoll. Die Riemen sollten nicht einschneiden, aber der Rucksack sollte auch nicht von den noch schmalen Schultern rutschen. Eine gute Breite sind etwa vier Zentimeter. Am Griff und an den Riemen ist zudem eine Antihaftbeschichtung von Vorteil. Der Rucksack sollte oben an den Schultern abschließen und keinesfalls zu tief hängen oder zu eng an den Rücken geschnallt sein.

Wie das Gepäckstück sollte auch die Kleidung atmungsaktiv sein. Darüber hinaus muss sie robust sein, da zum Beispiel Jungs einfach gerne ein wenig auf Bäume klettern oder durchs Unterholz streifen. Kinderausstatter wie vertbaudet.de bieten hier viele geeignete Hosen und andere Kleidungsstücke. Speziell bei kleineren Kindern ist der Sonnenschutz eminent wichtig. Bei wechselnder Witterung sollten die Kinder nach der Zwiebeltechnik mit vielen dünnen, leicht an- und ausziehbaren Kleidungsschichten bekleidet werden. Außerdem sollten Windbreaker oder Regenjacken bei längeren Touren Standard sein.

Gegenden und Zeitplanung

Generell kann man mit Kindern im Vorschulalter maximal vier Stunden am Stück wandern. Von sechs bis zehn Jahren kann es eine Stunde mehr sein und erst mit älteren, trekkingerprobten Kindern sind Touren von mehreren Tagen durchführbar. Der deutsche Alpenverein schlägt als Faustformel 1,5 x Gehzeit für Erwachsene = Kindergehzeit vor und bietet sogar einen Gehzeitrechner an.

Es gibt in Deutschland und in den angrenzenden europäischen Ländern so viele wunderschöne Gegenden, dass es müßig ist, alle aufzuzählen. Das blaue Land in Oberbayern mit seinen Seen, die österreichischen Alpentäler, die Heide in Norddeutschland oder die französischen Flüsse – es gibt sehr viele Möglichkeiten. Je nach Budget und vor allem je nach Aktivität sollte man sich als Familie vorab eingehend informieren und wenn möglich schon darauf hin trainieren.