05. Dez 2016

Nachtwandern für Anfänger - 4 Tipps für den perfekten ersten Nachtausflug

 

Wandern ist inzwischen zu einem regelrechten Trendsport herangewachsen. Immer mehr Menschen erfreuen sich damit an einen Urlaub in den Bergen. Dabei stehen insbesondere viel frische Luft, Erholung, Entspannung und Bewegung auf der Tagesordnung. Deutschlands Wanderwege sind mittlerweile ganzjährig gut besucht, denn jede Jahreszeit hat ihre eigenen Vorzüge. Doch haben Sie schon einmal daran gedacht, erst nach der Dämmerung zu starten und in der Dunkelheit die Schönheit der Natur bei Nacht zu entdecken?

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Für vielen Menschen mag das Herumwandern auf Feldern und in Wäldern nach Sonnenuntergang eher ungewöhnlich wirken, doch immer mehr Leute sind auch zu nächtlicher Stunde auf ausgesuchten Wanderwegen unterwegs. Was bei einer Nachtwanderung zu beachten ist und wie Sie Ihren Urlaub in den Bergen zu etwas Besonderem machen, haben wir für Sie herausgefunden:

1. Die Wahl des Ortes

Beschaffenheit der Wege: Ein grundlegender Teil der Planung ist die Wahl einer geeigneten Route. Das gewählte Terrain sollte dabei weder sumpfig noch abschüssig sein. In der Regel gelten breite, befestigte Wege immer als die Sichersten. Besonders ist dies bei Bergwanderungen zu beachten.

Tierwelt - Bitte nicht stören! Die Strecke sollte sich abseits von Naturschutzgebieten befinden, um die dort lebenden Tiere nicht unnötig zu stören. Genauso sollten Sie Jagdgebiete meiden, um Unfälle zu umgehen. Bitte informieren Sie sich ausführlich über die Umgebung des gewählten Wanderweges, besonders wenn es in dem Gebiet Raubtiere wie Wölfe, Bären oder Berglöwen gibt. Auch die Gefahr, die durch Wildschweine und Rotwild ausgehen kann, sollten Sie nicht unterschätzen.

Unser Tipp: Als Ziel bieten sich alte Ruinen, urige Hütten und kleine Bäche an, da diese meist spannender sind als bekannte Aussichtspunkte, auf denen sich bereits zahlreiche andere Wanderer tummeln. Das romantische Highlight im Morgengrauen ist die spektakuläre Aussicht auf den Sonnenaufgang von den Berggipfeln aus.

2. Die Packliste - Dinge, die auf jeden Fall in den Rucksack gehören:

Dieses Equipment sollten Sie unbedingt auf einen nächtlichen Ausflug in die Berge mitnehmen:

  • hochwertiges Schuhwerk
  • eine entsprechende Außenbekleidung
  • eine Lichtquelle
  • mindestens 1 Liter Wasser oder Tee
  • Proviant
  • ein Handy oder GPS-Gerät für den Notfall

3. Die beste Zeit

Eine Nachtwanderung ist zu allen Jahreszeiten ein unvergessliches Erlebnis. Trotzdem gibt es einiges bei der Wahl des richtigen Zeitpunkts der Tour zu beachten.

Es gibt zwei Tageszeiten, in denen Sie aufbrechen können: in der Dämmerung oder am frühen Morgen. Gehen Sie los, wenn es langsam dämmert, laufen Sie in die Dunkelheit hinein. Entscheiden Sie sich für den frühen Morgen, haben Sie die Chance den Sonnenaufgang zu erleben.

Wichtig zu beachten: Wandern Sie nicht zur Jagdsaison in einem Jagdgebiet. Informieren Sie sich hier bei den jeweiligen Touristen-Informationen.

Unser Tipp: Besonders schön ist das Wandern bei Vollmond. Bei klarem Himmel kann hier oftmals auf den Einsatz einer Lichtquelle verzichtet werden. Also sollten Sie an Ihren nächsten Urlaub denken, planen Sie doch gleich eine nächtliche Wanderung mit ein.

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4. Sicherheit geht vor - diese 5 Tipps sollten Sie beachten

Bei einer Nachtwanderung sollten Sie nichts dem Zufall überlassen. Alles sollte gut durchdacht und geplant werden, um ein einmaliges Erlebnis zu garantieren. Wir verraten Ihnen 5 Tipps, damit Sie sicher von der Nachtwanderung und dem Ausflug in die Berge zurückkommen:

  1. Sicher in der Gruppe unterwegs
    Beim Wandern ist es immer ratsam Freunde oder die Familie mitzunehmen, besonders wichtig ist dies jedoch beim Nachtwandern. Im Notfall sind Sie so nicht alleine und müssen sich nicht vor der Dunkelheit fürchten. Zudem können die Geräusche mehrerer Leute mögliche Räuber vertreiben.
  2. Kenne deinen Pfad
    Es ist ein großer Vorteil, wenn Sie die Tour schon einmal im Tageslicht unternommen haben. Besonders wichtig ist es dann, wenn Sie noch nie zuvor bei Nacht gewandert sind. So sind Sie sich schon vor dem Trip über mögliche Hindernisse oder Gefahren im Klaren. Also entscheiden Sie sich am besten für eine Strecke, die Sie und Ihre Begleiter bereits gut kennen.
  3. Lassen Sie sich Zeit
    Sie sollten sich für die ausgewählte Strecke während Ihres Urlaubs in den Bergen genügend Zeit nehmen. Das gewährleistet einerseits, dass Sie die Natur ganz klar wahrnehmen, andererseits beugt es möglichen Verletzungen durch Stolpern und Stürzen vor.
  4. Bringen Sie immer ein Licht mit
    Auch wenn Sie den Wanderweg bereits kennen, bringen Sie bitte immer ein Licht mit. So können Sie Ihren Weg ausleuchten, wenn Ihnen ein Tier begegnet oder Stolperfallen vor Ihnen liegen. Verwenden Sie das Licht nur, wenn Sie es wirklich müssen: Eine Nachtwanderung ist am spannendsten ohne Licht! Und das Faszinierende ist, dass Sie nach einiger Zeit in der Dunkelheit sehen bzw. die Umgebung klarer wahrnehmen können.
  5. Kennen Sie Ihre Ausrüstung
    Wenn Sie eine Wandertour in der Nacht planen, sollten Sie sich mit ihrer Ausrüstung bekanntmachen und wissen, wo in ihrem Rucksack welches Equipment verstaut ist. Am besten checken Sie vor dem Trip noch einmal ihr gesamtes Inventar. Ist alles da und funktionsfähig? Prima, dann kann es losgehen!

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Unser Geheimtipp: Eine Nachtwanderung im Harz
Ein Urlaub in den Bergen lässt sich immer gut mit einer Nachtwanderung verbinden. Viele Berge befinden sich abseits der Städte und garantieren damit einen klaren Blick auf den Sternenhimmel. Besonders schön ist eine nächtliche Wanderung durch den Harz. Der Himmel ist bewölkt und Nebel schleicht sich heran? Super! Die mystische Atmosphäre die dadurch entsteht, macht die Nachtwanderung erst recht zu einem unvergesslichen Erlebnis. Es gilt aber: immer warme Kleidung mitnehmen!