31. Aug 2017

Mit dem Smartphone im Urlaub: das sollten Sie wissen

 

Beim Wanderurlaub steht häufig die Ruhe und das Genießen der Natur im Vordergrund - was aber keinesfalls bedeutet, dass auch auf eine Erreichbarkeit verzichtet wird. Häufig ist es ganz einfach nicht möglich, dass Smartphone zu Hause zu lassen. Zudem kann immer auch ein Notfall eintreten, sodass Hilfe geholt werden muss. Welche Möglichkeiten gibt es, auch Outdoor erreichbar zu sein, mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

Kostenloses EU-Roaming?

Seit dem 15. Juni 2017 sorgt eine EU-Verordnung für den Wegfall der Roaming-Gebühren . Innerhalb der Europäischen Union kann der Smartphone-Tarif dadurch ohne zusätzliche Kosten verwendet werden. In der Praxis zeigen sich bei der Umstellung allerdings Probleme: einige Provider stellen einen bestehenden Vertrag erst um, wenn der Kunde selbst aktiv wird. Außerdem werden bei Neuverträgen immer mehr "nationale Tarife" angeboten, die überhaupt kein Roaming mehr enthalten und außerhalb Deutschlands nicht verwendet werden können. Bei der Tarifwahl sollte also durchaus auf Details geachtet werden.

Unverschlüsseltes WLAN nicht empfehlenswert

Innerhalb von Hotels oder in Cafés wird im Urlaub gerne ein WLAN verwendet, weil hierbei das Datenvolumen nicht limitiert ist. Ganz unproblematisch ist dies allerdings nicht, denn nicht immer sind öffentliche Netzwerke gesichert. Bei einem offenen WLAN kann der Datenverkehr von Dritten angezapft werden. Die Einrichtung eines sogenannten VPN-Tunnels sorgt dafür, dass trotzdem eine sichere Nutzung möglich ist. Besondere Fachkenntnisse sind für den VPN nicht notwendig, einige Apps stellen diese Verbindung kostenlos her.

Drohende Sicherheitsgefahr auf mobilen Plattformen

Ein solcher VPN-Tunnel schützt allerdings nicht vor den steigenden Gefahren von Trojanern und anderer Malware, die zunehmend auch mobile Geräte wie Smartphones und Tablets erfasst. Derartige Schadsoftware wird über Sicherheitslücken des Betriebssystems oder befallene Apps verbreitet. Regelmäßig findet sich im Playstore von Google neue Malware, die 10.000-fach heruntergeladen und damit verbreitet wird. Auch beim Websurfen besteht ein Risiko, welches sich nicht auf unseriöse Websites beschränkt. Die Gefahr wird häufig unterschätzt, weil Viren von vielen Nutzern nur mit dem klassischen Windows-PC in Zusammenhang gebracht werden. Dabei sollten Nutzer wissen, dass Systeme für die Programmierer von Viren besonders interessant sind, wenn diese über eine große Nutzerbasis verfügen. Bei einem globalen Marktanteil von deutlich mehr als 80 % im Mobilfunkbereich ist Android aus diesem Grund besonders gefährdet. Ein weiterer Aspekt: die meisten Nutzer verwenden nicht die aktuelle Version Betriebssystems, was allerdings eher den Herstellern der Mobilfunkgeräte anzukreiden ist. Die wären für das schnelle Verteilen der Aktualisierungen eigentlich verantwortlich, kommende Aufgabe aus Kostengründen aber nicht immer nach.

Schutz-App in jedem Fall empfehlenswert

Aus diesem Grund ist die Installation einer renommierten Sicherheitssoftware sinnvoll. Das Verbraucherportal Netzsieger spricht sich nach dem umfangreichen Vergleich unterschiedlicher Schutzanwendungen für Kaspersky Total Security aus und hat zusätzlich alle Funktionen in einem Bericht aufgezeigt. Neben der umfangreichen und lückenlosen Schutzwirkung bestehen die Vorzüge auch in der hohen Performance und der enthaltenen Kindersicherung. Als negativen Aspekt konnte lediglich festgestellt werden, dass die vielen Funktionen für eine etwas umständliche Bedienung sorgen. Auch der bereits genannte VPN-Client ist in der App enthalten. Grundsätzlich werden die eingehenden und ausgehenden Datenströme des Smartphones überwacht, auch auffällige Hintergrundaktivitäten werden gemeldet und gegebenenfalls beendet.

Fazit: rechtzeitig vorsorgen

Urlauber sollten sich also vor der Reise über die Bedingungen des eigenen Mobilfunkvertrages informieren und gegebenenfalls ein Roaming-Paket nachbuchen oder beim Mobilfunkprovider eine Umstellung beauftragen. Weiterhin sollte auf unverschlüsselte WLANs nach Möglichkeit verzichtet werden. Besteht ansonsten kein Internetzugang, ist eine Verbindung per VPN-Client eine gute Wahl. Grundsätzlich ratsam ist zudem die Installation einer Schutz-Software. Entsprechende Sicherheitsapps sorgen dafür, dass der Urlaub nicht mit einer bösen Überraschung endet.