23. Sep 2016

Mit dem Baby in die Berge

 

kinderwagen berge

Der lang ersehnte Nachwuchs ist da und das Leben verändert sich. Aber müssen Sie daher auf alle Aktivitäten verzichten und nur noch Zuhause sitzen? Nein, im Gegenteil, ausgeglichene Eltern haben auch ausgeglichene Babys und wo kann man sich besser entspannen als in der Natur?

Ein schönes langes Familienwochenende kann zudem auch die Familie näher zusammenbringen, denn gemeinsame Erlebnisse verbinden.

Damit der Urlaub in den Bergen nicht im Chaos und in Tränen endet, helfen Ihnen folgende Tipps bei der Planung und Durchführung:

1. Was sollen Sie mitnehmen?

Sind Sie mit Ihrem Baby unterwegs, haben sie zwangsläufig mehr Sachen dabei wie früher, als Sie noch als Paar unterwegs waren. Man muss an Windeln, Feuchttücher, Wechselkleidung und an das Lieblingskuscheltier denken. Je nach Ziel kommt auch noch der Kinderwagen oder eine Kindertrage mit und für manche Länder braucht auch schon ein Baby einen Ausweis.

Auf Bergtouren gehören Pflaster, ausreichend Wasser (2 Liter pro Person) und salzhaltige Nahrung ins Gepäck, damit man den Verlust durch Schwitzen wieder ausgleicht. Auch das Baby, das getragen wird, schwitzt. Das darf nicht unterschätzt werden.

Damit man nichts Wichtiges vergisst, sollte man eine Checkliste erstellen. Dabei ist eine umfangreichere Liste immer besser, denn man kann leicht etwas wegstreichen, was man voraussichtlich nicht benötigt. Wenn die Liste jedoch zu kurz und unvollständig ist, dann passiert es schnell, dass man etwas übersieht und vor Ort wertvolle Zeit damit verschenkt, die fehlenden Gegenstände zu organisieren.

2.  Wie transportieren Sie das Baby?

Mit dem Kinderwagen in die Berge zu gehen ist genauso anstrengend wie es sich anhört. Wenn Sie Ihr Baby im Kinderwagen fahren, dann sollten Sie die Tour ganz besonders sorgfältig planen. Es wird schnell schweißtreibend, den Wagen bergauf zu schieben.
Zudem machen unebene Wege, Schotterpisten, Wurzeln, Steine und Löcher im Weg das Schieben auch nicht einfach. Wenn Sie sich dazu entschließen, den Kinderwagen zu nehmen, dann sollte er größere Reifen haben und auch entsprechend stabil sein. Das Eigengewicht sollten Sie natürlich auch berücksichtigen.

Für Touren mit dem Kinderwagen bieten sich einfache asphaltierte Forstwege oder Rundwanderwege um Seen wie zum Beispiel den Eibsee oder den Barmsee an.

Wenn Sie jedoch flexibler sein wollen oder auch auf den Berg wollen, hat man je nach Kindesalter unterschiedliche Optionen:

Wenn das Baby noch sehr klein ist und das Köpfchen noch nicht stabil halten kann, sollten Sie ein Tragetuch verwenden. Das gewährleistet einen besseren Schutz für den Kopf-Hals-Bereich und das Baby hat auch Körperkontakt, was für beide, Eltern und Kind, besonders wichtig ist.

Sobald das Baby frei sitzen kann und eine gute Kopfkontrolle hat, ist eine Kindertrage/kraxe eine Überlegung wert. Ab etwa dem achten Monat können Sie Ihr Kind damit auf die Wanderung nehmen. Die Kindertragen sind für Bergtouren optimiert und erleichtern mit einem funktionalen Rückensystem, das das Kindergewicht ausgewogen verteilt, das Gehen.

3. Was müssen Sie speziell in den Bergen beachten?

Berücksichtigen Sie bei den Gehzeiten das zusätzliche Gewicht, das auch trainierte Wanderer belastet: 10 Kilo mehr sind schon spürbar und gefühlt kommen noch ein paar Kilos dazu, wenn das Kind sich bewegt.

Das Baby braucht, auch wenn es getragen wird, Pausen. Diese müssen Sie in jedem Fall einplanen, damit das Baby aus dem Tuch oder der Trage kommt und seinem natürlichen Bewegungsdrang nachgeben kann.

Auch sollten die Touren nicht zu lange dauern, denn eine Wanderung strengt auch den Nachwuchs an. Länger als zwei bis drei Stunden sollten Sie nicht unterwegs sein.
Werden viele Höhenmeter mit einer Seilbahn überwunden, dann kann der Druckunterschied dem Baby Schmerzen bereiten, denn es kann noch keinen Druck ausgleichen. Geben Sie Ihrem Baby einfach etwas zu trinken oder den Schnuller. Durch das Schlucken wird der geringere Luftdruck ausgeglichen und der Schmerz verschwindet.

Gerade bei Babys sollte man es mit der Höhe nicht übertreiben. 2000 Meter sollten nach Möglichkeit nicht überschritten werden. Ab 2.500 Metern können Kopfschmerzen, Übelkeit und Unlust erste Anzeichen von Höhenkrankheit sein. In dem Fall heißt es sofort wieder in tieferes Gelände absteigen.

Bei der Planung sollten Sie nicht nur das Wetter am Tag selbst berücksichtigen, sondern auch das Wetter die Tage zuvor. Nasse, verschneite oder vereiste Wege erhöhen die Rutschgefahr gerade für denjenigen, der das Baby trägt.

Ein wichtiges Thema ist der Sonnenschutz. Creme und eine Kopfbedeckung sollten zum Standard gehören, denn die Intensität der Sonneneinstrahlung nimmt mit steigender Höhe zu. Kinder sind besonders gefährdet und daher sollten Sie einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden. Eine Sonnenbrille ist nicht nur ein modisches Accessoire, sondern schützt die Augen vor intensiver Lichteinstrahlung. Gerade im Winter, wenn der Schnee das Licht reflektiert, ist sie unverzichtbar.

Sowohl Überhitzung als auch Unterkühlung sollten in jedem Fall vermieden werden. Packen Sie daher ausreichend Wechselkleidung ein. Gerade Baumwolle bleibt feucht und wenn das Baby schwitzt, kann es sich schnell verkühlen. Wolle oder Seide sind hier eine gute Alternative und ab Größe 80 gibt es auch Funktionskleidung. Wenn Sie regelmäßig in die Berge gehen, ist das eine durchaus sinnvolle Anschaffung.