27. Jun 2017

Gut versichert: Wie Wanderer für alle Eventualitäten vorsorgen

 

Wanderer gehören einer Gruppe von Reisenden an, bei der das Verletzungsrisiko größer als bei klassischen Touristen ist. Anstatt den Urlaub in aller Ruhe am Strand zu verbringen, besteigen sie steile Berge und laufen über steinige Landschaften. Falls es zu einem Unfall kommt, sollten Wanderer gut versichert sein.

Die Vorsorge beginnt bei der Wahl der Wandertour

Für Wanderer gibt es nichts Schöneres, als die Welt zu Fuß zu entdecken. Kein Terrain scheint für sie eine Hürde darzustellen. Leider überschätzen gerade Amateure ihre persönliche Leistung – deshalb kommt es oftmals zu schweren Unfällen.

Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) erklärt gegenüber der Frankfurter Neuen Presse, dass Neulinge eine leichte und kurze Tour wählen sollten, wenn sie ihre Leistung nicht einschätzen können. Leider entscheiden sich unerfahrene Touristen gerne für schwere Bergtouren, die ihre Leistung um ein Vielfaches übersteigen.

Das wird auch von der Bergunfallstatistik des Deutschen Alpenvereins bestätigt. Fehlende Erfahrung und eine falsche Planung soll die Hauptursache dafür sein, dass es immer mehr Bergnotfälle gibt. Besonders tückisch ist der Klimawandel, der in den Alpen längst angekommen ist. Dehydrierung und Erschöpfung waren die häufigsten Ursachen im Jahr 2015 bei den gemeldeten Notfällen.

Damit es nicht zu einem Unfall kommt, ist es empfehlenswert, zunächst mit leichten Wanderungen zu beginnen. In Deutschland gibt es unzählige, gut ausgeschilderte Prädikatswege, die für Einsteiger geeignet sind. Die Wege erhalten das Siegel alle drei Jahre vom Deutschen Wanderverband beziehungsweise dem Deutschen Wanderinstitut; sie unterliegen also einer strengen Qualitätskontrolle.

Eine Unfallversicherung für den Fall aller Fälle

Unfälle sind selbst dann nicht auszuschließen, wenn man alle Vorkehrungen getroffen hat. Im Juni 2017 kam eine 70-jährige Wanderin in den Tiroler Alpen um, als sie von einer Kuh angegriffen wurde. Dieses ungewöhnliche Verhalten ist bei Kühen in den vergangenen Jahren des Öfteren aufgefallen. Es gibt aber auch andere Gefahren beim Wandern, die zu Verletzungen führen können. In solchen Fällen möchte man gut versichert sein.

Die Kosten für eine Behandlung sowie einen eventuellen Rücktransport sind im Regelfall sehr hoch und nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung inbegriffen oder komplett abgedeckt. Aus diesem Grund lohnt sich die Reiseversicherung Europ Assistance, die von der Stiftung Warentest (Ausgabe 04/2017 von Finanztest) mit Top-Noten ausgezeichnet wurde. In der Auslandskrankenversicherung sind essenzielle Dinge wie die Übernahme der Kosten für Behandlungen, Organisation und Bezahlung des Krankenrücktransportes sowie Hilfe für die Beschaffung von Medikamenten enthalten.

Wichtig sind die Leistungen insbesondere im außereuropäischen Ausland, wo das medizinische System nicht so modern ist, wie es Wanderer von zu Hause kennen. Außerdem steigen die Kosten für einen Rücktransport, je weiter man sich von seinem Heimatort entfernt. Und: Im Ausland findet man womöglich nicht immer die benötigten Medikamente; ein Import ist mit hohen Kosten verbunden.

Eltern mit Kindern, die gemeinsam wandern gehen, sollten sich die speziellen Familientarife anschauen. In diesen Tarifen ist nicht nur der Ehepartner mitversichern, sondern auch der Nachwuchs (bis zu einem bestimmten Alter).

Private Haftpflichtversicherung schützt gegen Ansprüche Dritter

Die Haftpflichtversicherung besitzen viele Deutsche, auch wenn sie keine Pflicht ist. Gerade im Ausland ist sie aber mehr als sinnvoll. Ein Szenario: Man wandert auf einem Weg, der auch von Mountainbikern benutzt wird. An einem idyllischen Ort macht man kurz Halt, um ein Foto zu schießen. Ein Mountainbiker bemerkt den Wanderer spät, weicht ihm aus, stürzt aber dabei und zerstört seine Action-Kamera.

Ob Personen- oder Sachschaden – der Mountainbiker wird mit Sicherheit Ersatzansprüche fordern. Eine Haftpflichtversicherung kommt für solche und viele weitere Schäden auf. Beim Abschluss der Police gilt: Den Leistungsumfang genau lesen. Die Preise für Haftpflichtversicherungen sind sehr ähnlich, jedoch steckt der Teufel bekanntlich im Detail.

Rechtsschutzversicherung, falls man selbst geschädigt wird

Das oben beschriebene Beispiel kann natürlich auch bei Wanderern eintreffen. Sie werden von einem unachtsamen Mitmenschen verletzt und sie möchten dann natürlich ihre Ansprüche geltend machen. Leichter gesagt als getan, denn ohne eine Versicherung ist das meist recht schwierig. Im Ausland sind die Verfahren sehr kompliziert und langwierig; ist man außerhalb Europas unterwegs, kann man seine Ansprüche kaum durchsetzen oder die damit verbundenen Gerichts- und Anwaltskosten sind schlichtweg zu hoch. Eine Rechtsschutzversicherung übernimmt sämtliche Kosten, sodass Wanderer ihr Recht durchsetzen können.

Stornokosten- und Reiseabbruchversicherung für Wanderungen

Wer Wanderungen nicht immer auf eigene Faust organisiert, der sollte über den Abschluss einer Reiseabbruchversicherung nachdenken. Was geschieht nämlich, wenn eine organisierte Wanderung aus diversen Gründen abgesagt wird? Oder: Der Wanderer erkrankt plötzlich vor der Wanderung und kann nicht mehr teilnehmen; sein Geld hätte er aber gerne wieder zurück.

Wie auch bei anderen Policen gilt: Auf die Leistungsbeschreibung achten. Versichert sollte jede Wanderung sein, auch Tagesreisen.

Fazit

Bei Wanderungen im In- und Ausland sind Unfälle trotz guter Vorsorgemaßnahmen nie ganz auszuschließen. Wanderer sollten immer für jedes Szenario vorbereitet sein und sich passend versichern.