02. Dez 2016

Gesundheitsvorsorge: Wandern

 

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass regelmäßige Bewegung, wie Wandern, das Wohlbefinden steigert. Schon Oma und Opa behaupteten immer, Wandern sei gut für Körper und Geist. Von der positiven Wirkung auf die seelische Gesundheit und das subjektive Wohlbefinden, über eine allgemeine Steigerung der Fitness, bis hin zur Prävention von Krankheiten wie Adipositas und Demenz: Auch objektiv betrachtet sind die positiven gesundheitlichen Effekte des Wanderns so vielzählig, dass es nahezu als Wunderheilmittel gelten könnte. Diese Erkenntnis haben immer mehr Menschen: 2015 gab es in der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahre rund 6,64 Millionen Personen, die häufig Wandern gingen. Weitere 30,6 Millionen gaben an, hin und wieder einmal zu wandern.

wald sonne
© wanderkompass.de / Sven Lägler

Dem Stress davon wandern

Schon alleine beim Betrachten von Bildern, die Wald oder Natur zeigen, fühlen sich Probanden wohler, ruhiger und aufgeweckter als die Vergleichsgruppe ohne Bilder. Um ein Vielfaches verstärkt wird dieses Phänomen, wenn sich die Probanden tatsächlich in freier Natur befinden. Verglichen mit der Kontrollgruppe in der Stadt ließ sich hier die Reduktion von Puls und Blutdruck sowie eine verminderte Ausschüttung von Stresshormonen feststellen. Somit kann das Wandern einen großen Beitrag bei der Regulation und Bewältigung von Stress leisten, was der seelischen Gesundheit und dem subjektiven Wohlbefinden zugute kommt. Sogar bei Demenz kann ausdauerndes Gehen eine Möglichkeit sein, um den kognitiven Leistungsabbau zu verlangsamen. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass beim Wandern das Blut schneller zirkuliert, das Gehirn besser durchblutet wird und zusätzlich die Verzweigungs- und Erneuerungsrate von Hirnzellen zunimmt.

Das Wandern ist nicht nur des Müllers Lust...

… sondern auch seine Gesundheitsvorsorge. Denn noch vielfältiger sind die physischen Auswirkungen: Die regelmäßige, moderate Bewegung beim Wandern stärkt das Herz-Kreislauf-System und wirkt sich besonders bei älteren Personen mit Bluthochdruck positiv aus. Durch das Gehen über Stock und Stein werden zusätzlich die neuromuskuläre Koordination und Kraftausdauer gesteigert, sodass das Risiko für Stürze sinkt, während die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit steigt. Um möglichst optimale Ergebnisse zu erzielen, ist dabei eher die Kontinuität als die Intensität der Wanderungen von Bedeutung, sodass man schon bei einer wöchentlichen Wanderung von circa 4-5 Kilometern positive Veränderungen erkennen kann. Des Weiteren werden die Knochen, Gelenke, Sehnen und Bänder im Unterkörper stabilisiert, aber auch der Rest des Bewegungsapparats wird trainiert - beispielsweise durch die Festigung der Haltemuskulatur im Oberkörper. Das andauernde Gehen wirkt sich ebenfalls positiv auf das Atemvolumen aus. Die Lungenvitalkapazität wird vergrößert, sodass die Kondition schnell verbessert und eine tiefere, regelmäßige Atmung ermöglicht wird. Sogar für Menschen mit Adipositas ist Wandern - in Kombination mit einer bewussten Ernährung - eine hervorragende Möglichkeit, um sich wieder fit zu machen, denn auch bei Übergewicht lässt sich dieser Ausdauersport noch durchführen. Je nach Intensität, Alter und Körperbau verbrennt man beim Wandern zwischen 320 und 600 Kcal. Durch das hohe Eigengewicht verbrennen Übergewichtige sogar noch mehr Energie als der Durchschnitt.

Fazit:

Letztendlich lässt sich zusammenfassen, dass Wandern natürlich kein Universalheilmittel ist. Dennoch wirkt es sich auf vielfältige Weise positiv auf den Körper aus und dient sogar zu Prävention und Therapie von einigen Zivilisationskrankheiten. Dieser Fakt in Kombination mit der sehr geringen Verletzungsgefahr macht Wandern zur idealen Sportart für Menschen jeden Alters.