05. Apr 2016

Die richtige Fotoausrüstung für Wanderungen

 

Nichts ist beeindruckender als ein wunderschönes Landschaftspanorama, und bei Wanderungen in den Mittel- und Hochgebirgen ergeben sich immer wieder eindrucksvolle Ausblicke. Diese möchte man natürlich gerne für sich als Erinnerung in Form eines Fotos festhalten.

landschaft

Digitale Spiegelreflexkameras ermöglichen es auch Laien, schöne Panorama-Aufnahmen zu machen. Allerdings sollte man vorher etwas üben und sich ein paar Tipps von den Profis abschauen. Zudem gilt es zu bedenken, dass eine Wanderung mitunter anstrengend ist und eine komplette Fotoausrüstung einiges an Gewicht auf die Waage bringen kann. Wie schafft man Objektive und Zubehör heil den Berg hinauf und wieder hinunter, und was ist an Ausrüstung notwendig, um die erwünschten Effekte zu erzielen?

Die Foto-Ausrüstung für Wanderer

Digitale Spiegelreflexkameras sind für eindrucksvolle Panorama-Aufnahmen – egal ob beim Wandern im Frühjahr, Sommer oder Herbst oder auch bei Schneewanderungen – am besten geeignet. Kleinere Modelle sind inzwischen schon zu erschwinglichen Preisen erhältlich, es muss für den Hobbyfotograf, der seine Erinnerungen bei Wanderungen festhält auch kein Highend-Gerät sein. Schnäppchen kann man außerdem machen, wenn ein Nachfolgermodell herauskommt, da der Vorgänger dann reduziert zu haben ist. Alternativen sind kompakte Systemkameras, die in den letzten Jahren immer besser geworden sind. Sie verfügen zwar nicht über den Funktionsumfang einer Vollformat-Kamera, liefern aber ebenfalls ansprechende Bilder.

Objektiv

Bei allen Digitalen Spiegelreflexkameras können unterschiedliche Objektive auf den Kamerabody aufgesetzt werden. Für die Panorama-Fotografie benötigt man ein Weitwinkelobjektiv, da dieses die Bergwelt als Rundumblick ablichtet. Wer nicht in ein extra Weitwinkelobjektiv investieren möchte, der kann alternativ auch ein Zoomobjektiv mit variabler Brandweite verwenden, das oft im Bundle mit dem Body angeboten wird. Mit diesem lässt sich flexibler fotografieren: Neben Panorama-Aufnahmen auch Portraits und Detailaufnahmen von Pflanzen und Tieren.

Fototasche

Natürlich kann man die Kamera auch im Wanderrucksack transportieren. Sicherer ist sie aber in einer gepolsterten Fototasche oder einem Kamerarucksack aufgehoben. Darin lässt sich außerdem das Zubehör wie Objektive, Ersatzakku und zusätzliche Speicherkarten verstauen. Eine Fototasche sollte über einen Trageriemen verfügen, den man quer über den Oberkörper tragen kann. So ist sichergestellt, dass sie nicht von der Schulter rutschen kann. Zudem sollte die Tasche bzw. der Rucksack unbedingt wasserdicht sein, da das Wetter im Gebirge unberechenbar ist und man immer von einem Schauer überrascht werden könnte.

Fotografieren wie die Profis

Eine gelungene Panorama-Aufnahme entsteht durch das Zusammenspiel von Belichtung, Schärfe und Motivauswahl. Dieses Zusammenspiel kann man erlernen, indem man sich mit den Funktionen der eigenen Kamera vorab auseinandersetzt und dann die verschiedenen Möglichkeiten ausprobiert.

Tiefenschärfe

Panorama-Bilder wirken durch eine hohe Tiefenschärfe. Hierbei ist nicht nur der Vordergrund scharf, sondern auch die Details im Hintergrund. Das Bild wirkt automatisch dreidimensionaler. Eine hohe Tiefenschärfe wird mit einer langen Belichtungszeit kombiniert. Die Gefahr, dass das Bild verwackelt, wenn man die Kamera in der Hand hält, ist daher größer. Profis verwenden für solche Aufnahmen ein Stativ, das aber für Wanderungen sehr unpraktisch ist. Man kann sich aber behelfen, indem man die Kamera auf einen möglichst ebenen, sicheren Untergrund stellt. Wenn man geübt ist, kann man Belichtung und Tiefenschärfe manuell wählen. Die meisten Digitalkameras sind aber auch mit einem Motiv-Programm für Panorama-Bilder ausgestattet, das automatisch die passende Einstellung von Tiefenschärfe und Belichtung wählt. Dieses verstärkt oft zusätzlich die für Landschaften typischen Grün- und Blautöne, wodurch sie satter wirken.

Filter

Mit Filtern werden Panorama-Aufnahmen bei Wanderungen noch eindrucksvoller. Man schraubt sie einfach vorne auf das Objektiv. Für das Fotografieren von Landschaften eignen sich folgende Filter:

  • Polarisationsfilter, welche Grün- und Blautöne verstärken und  Reflexionen z.B. auf Wasseroberflächen reduzieren
  • Neutralgraufilter, mit denen längere Belichtungszeiten ohne Überbelichtung möglich sind
  • UV-Filter für Fotos im Hochgebirge
  • Besondere Einstellungen muss man nicht vornehmen, wenn man mit Filtern fotografiert.

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Motivauswahl

Hier hat der Fotograf absolut kreative Freiheit – es sind schließlich seine Wander-Erinnerungen, die er festhalten möchte. Ein paar grundlegende Tipps, kann man sich aber auch hier von den Profis abschauen. Durch verschiedene Bildebenen entstehen spannende Fotos, zum Beispiel wenn im Vordergrund ein Zweig ins Bild ragt, weiter hinten eine Gruppe Kühe steht und den Hintergrund eine Bergkette bildet. Linien, die sich durch das ganze Bild ziehen, erzeugen ebenfalls Spannung. Wer auf Wanderungen Fotos macht, sollte jedoch nicht nur in die Ferne schauen. Oft sind es Details wie eine besondere Steinformation oder auch Schnappschüsse von den Mit-Wanderern, welche die schönsten Erinnerungsbilder ergeben.

Und was passiert nach der Wanderung mit den Fotos?

Dank der Digital-Fotografie ist es für Laien sehr einfach, im Nachhinein auch aus den Bildern „etwas zu machen“. Mittels intuitiver Software, die eine Vielzahl von Anbietern bereitstellt, lassen sich unterschiedlichste Fotoprodukte, zum Beispiel ein Fotobuch vom letzten Wanderurlaub gestalten. Das ist viel moderner und schicker als ein herkömmliches Fotoalbum, die Bilder können mit Texten, Rahmen und Clip-Arts aufgewertet werden. Aber auch andere Produkte wie Kalender, Collagen und Wandbildern sind problemlos umzusetzen und wirken dabei sehr professionell. So können sich Hobbyfotografen ein Panoramabild ins Wohnzimmer hängen mit dem stolzen Gefühl, den Berg nicht nur selbst bezwungen, sondern das Erinnerungsfoto dazu auch selbst geschossen zu haben.