19. Mai 2017

Die Pflege von Wanderkleidung

 

Die richtige Auswahl von Wanderkleidung ist ein wichtiges und vielbesprochenes Thema. Seltener und mindestens genauso wichtig ist aber die Frage: Wie sollen Hobby-Wanderer ihre teuer erworbenen Textilien so pflegen, dass sie möglichst lange hält? Oft genug sind hochwertige Textilien, die sich für die Outdoor-Nutzung gut eignen, wahrlich nicht günstig. Entsprechend ist es von Vorteil, einige einfache Tipps und Tricks zu kennen, die die Lebensdauer lieb gewonnener Kleidung erheblich verlängern können!

Richtig waschen

Grundsätzlich müssen Besitzer von Outdoor-Kleidung darauf achten, wie oft sie diese überhaupt benutzen. Bei einer häufigen Verwendung macht es durchaus Sinn, sie pro Quartal zu reinigen – dies gilt selbstverständlich nicht für die Unterbekleidung. Zu häufiges Waschen kann unter Umständen zu Beschädigungen in den Strukturen der hochsensiblen Kleidung bedeuten, daher gilt die Faustformel: So oft wie nötig, so selten wie möglich. Denn oft sind kleinste Beschädigungen innerhalb der Textilien nicht einmal sichtbar. Ein No-Go für das Waschen von Funktionskleidung ist das Verwenden von Weichspülern. Bei deren Benutzung setzt sich der Weichspüler nach dem Waschgang in die Fasern der Bekleidung und hat einen wasserabweisenden Effekt. Bei Funktionsunterwäsche ist dieser Effekt natürlich besonders deshalb unangenehm, weil diese den beim Wandern ganz normal auftretenden Schweiß nicht mehr aufnehmen und nach außen befördern kann – damit wird sie praktisch nutzlos. Auch für Jacken und Hosen ist der Verzicht auf Weichspüler ratsam. Denn Reste des Weichspülers können sich bei ihnen Rückstände in den Membranen bilden, sodass die positiven Eigenschaften nicht mehr zum Tragen kommen.

Wenn aber schon kein Weichspüler zur Verwendung kommen soll, was dann? Nun, Flüssig- ist hier Kristallwaschmitteln vorzuziehen, da sich die Kristalle in die Stoffporen von Funktionskleidung setzen können. Es gibt zudem spezielle Spezial-Waschmittel für Outdoor-Kleidung, die sich natürlich besonders gut eignen – denn oft sind Universal-Waschmitteln doch noch mit Weichspülern angereichert, die die Käufer dann nichts ahnend benutzen. So oder so sind die Hinweise auf den Wäsche-Etiketten in der Kleidung auf jeden Fall zu beachten. Hinweise auf den Webseiten von Herstellern können eine große Hilfe sein! Was das Schleudern in der Waschmaschine angeht, sollte es definitiv schonend erfolgen.

Fleece und Merinowolle

Fleece-Materialien kommen mit geschlossenem Reißverschluss in die Waschmaschine – so reduziert sich die Belastung der Zähne des Verschlusses und die Lebensdauer der Textilien dankt es dem vorsichtigen Benutzer! Die Nähte gehören beim Waschen nach außen – eine kleine Maßnahme, die aber zur Schonung des Materials immens beitragen kann. Da Fleece Hitze wirklich nicht gut verträgt, sollte das Material niedrige Waschtemperaturen am besten aushalten. Das Schleudern mit niedrigen Umdrehungszahlen empfiehlt sich. Bitte auch hier keine Weichspüler benutzen – Fleece behält auf diese Weise seinen Flausch. Wenn die Waschmittelverwendung unumgänglich ist, dann bitte mildes Universalwaschmittel benutzen, damit die Textilien keinen Schaden nehmen. Sollte Fleecekleidung doch einmal mit Flecken besudelt sein, lohnt es sich, die betreffende Stelle erst einmal mit viel Wasser zu befeuchten. Anschließend erfolgt das Einreiben zum Beispiel der Jacke mit Spülmittel.

Merinowolle braucht eine spezielle Behandlung. Wanderer sollten sie nach dem prinzipiell unproblematischen Waschvorgang nach Möglichkeit liegend trocknen. Prinzipiell unproblematisch ist das Waschen, weil natürlich wie schon angesprochen die Herstellerhinweise den Ausschlag geben – daher sollte man diese auch nicht herausschneiden. Wichtig ist die Verwendung eines ph-neutralen Waschmittels. Weichspüler und bleichmittel verbieten sich auch hier. Großer Vorteil von Merinowolle: Sie ist fast geruchsneutral und fängt selbst nach großer Anstrengung kaum an, unangenehme Gerüchte zu entwickeln.

Eine oft gestellte Frage ist, ob die Verwendung eines Trockners der Outdoor-Kleidung Schaden zufügen kann. Zunächst ist es natürlich sinnvoll, Kleidung auf der Leine durch Luft und Sonne trocknen zu lassen. Besonders in den hiesigen Breitengraden ist dies aber oft nicht möglich. Besitzt man noch keinen Trockner, muss aber aufgrund häufiger und ausgedehnter Touren und/oder eines stressigen Arbeitsalltages Wäsche schnell schrankfertig haben, empfiehlt sich vor dem Kauf ein Vergleich verschiedener Produkte. Grundsätzlich freuen sich wasserabweisende Produkte über die Trocknerwärme, weil diese den wasserabweisenden Effekt erneut aktivieren kann. Der Herstellerhinweis kann auch hier den entscheidenden Ausschlag geben. Bei Fleece sollte man vom Benutzen eines Trockners nach Möglichkeit absehen.

Imprägnieren für längeren Halt

Es gibt grundsätzlich zwei Optionen, um Funktionskleidung zu imprägnieren: Das Imprägnierwaschmittel auf der einen und das Imprägnierwaschmittel auf der anderen Seite. Beide haben ihre Vor- und Nachteile. So kann die Chemie in den entsprechenden Waschmitteln zu Hautreizungen führen, während das Spray hingegen eventuell Flächen unbearbeitet lässt. Die Gleichmäßigkeit einer Imprägnierung beim Waschen lässt sich per Hand natürlich kaum erreichen. Für beide Varianten gilt hingegen, dass die Häufigkeit der Nutzung natürlich vor allem von der Beanspruchung der Kleidung abhängt – wer nur einmal im Jahr auf eine größere Wanderung geht, muss die Kleidung natürlich nicht dauernd neu bearbeiten.

Fazit

Es gibt also mehr als genug Möglichkeiten, die verschiedensten Stoffe durch eine passende Behandlung langfristig haltbar zu machen. Pfleglicher Umgang und nachhaltiges Waschen und Trocknen erlauben eine langlebige Verwendung der verschiedenen Textilien, um teure Nachkäufe zu sparen und die liebgewonnene Jacke vom Hiking vor fünf Jahren wieder zu tragen. Immer und immer wieder.