Hünenweg Etappe 8

Auf zur ältesten Fehnkolonie Deutschlands

Auf der achten und letzten Etappe gelangt der Wanderer von der Geest des Hümmlings in die nordwestdeutschen Fehngebiete. Orts- und Flurnamen wie Börgermoor und Wildes Moor weisen darauf hin, welche Landschaftsform hier einst vorherrschend war. In einigen Landstrichen wird noch heute Torf abgebaut. Die Stadt Papenburg an der Ems ist die älteste und größte Fehnkolonie in Deutschland. Die historischen Schiffe in den Kanälen erzählen davon, wie aus den ersten Siedlern, die das Moor entwässerten und für sich urbar machten, schließlich Schiffszimmerer und Seehandelsfahrer wurden. Der Schiffbau spielt in Papenburg noch heute eine große Rolle. So ist die Meyer Werft, deren Anfänge in das späte 18. Jh. zurückreichen, vor allem für den Bau großer Kreuzfahrtschiffe bekannt.

Von Börgermoor führt die Route durch das Wilde Moor in den Stadtteil Papenburg-Obenende. Dort ist die ehemalige Struktur der Moorsiedlung noch deutlich zu erkennen. Zu beiden Seiten der Kanäle reihen sich Häuser mit ihren Grundstücken, die heute als Weide- oder Ackerland genutzt werden. Ehedem gab es hier nichts als Hochmoor. In der „Von-Velen-Anlage“ am Obenende können die Häuser der ersten Siedler bestaunt werden, so auch eine einfache Moorkate, die nur aus Birkenstämmen, Reisig und Torfsoden besteht. Hier sieht man, wie die ersten Schiffbauer ihre Boote zu Wasser ließen, wie der Wasserstand mit Hilfe von Kastenschleusen geregelt wurde und wie Torfhändler die Schiffe allein mit Muskelkraft an einem langen Seil durch die Kanäle zogen. Das Herzstück des Freilichtmuseums ist das „Papenbörger Hus“, ein restauriertes Kapitänshaus von 1820. Sonntags können Gäste hier Buchweizenpfannkuchen mit Preiselbeeren essen, ein Gericht aus früherer Zeit. Beim Alten Turm von 1848 in der Nähe der Von-Velen-Anlage – einem Nachbau des Leuchtturms von Riga - endet der Hünenweg. Wer länger in der Kanalstadt bleiben möchte, sollte in Ruhe seinen Aufenthalt planen, denn es gibt einiges zu entdecken. Bei einem Besuch Papenburgs sollte ein Spaziergang im Stadtteil Untenende entlang des Hauptkanals mit seinen Klappbrücken und historischen Schiffen nicht fehlen. Ein guter Ausgangspunkt ist die Brigg „Friederike“ vor dem Rathaus. Denn das Segelschiff vor dem neobarocken Rathaus von 1913 ist Gästetreff und Infopoint. Hier werden Besichtigungen der Meyer Werft sowie Hafenrundfahrten organisiert.




Streckenlänge:
23,9 km                
   
Summe Steigung: 19 m Summe Gefälle: 30 m
tiefster Punkt: 2 m höchster Punkt: 16 m


Wanderkarte



GPS-Tracks



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