Wandern im Bayerischen Wald

Wandern im Bayerischen Wald

Vielgestaltige, echte Waldwildnis erlebt man am besten in Deutschlands ältestem Nationalpark, dem Nationalpark Bayerischer Wald. Nirgendwo sonst zwischen Atlantik und Ural dürfen sich Wälder auf so großer Fläche wieder zu einem wilden Wald, einer „grenzenlosen Waldwildnis“, entwickeln. Hier hat die Philosophie „Natur Natur sein lassen“ ihren Ursprung. Zusammen mit dem benachbarten Nationalpark Šumava in Tschechien breitet sich das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Europas aus – das wilde Herz Europas. Ursprünglicher Wald wie er einst war, bevor der Mensch ihn zu nutzen begann, ist bis heute in Urwaldrelikten wie dem Hans-Wazlik-Hain erhalten. Der Urwalderlebnisweg führt mitten hinein. Die wilde Waldlandschaft des Nationalparks, um die sich mehr als eine Sage rankt, ist mit ihren Berggipfeln, eiszeitlichen Seen, Bergbächen, Felsen und Filzen eine der faszinierendsten Naturlandschaften und Lebensraum für viele selten gewordene Tiere und Pflanzen. Als Grenzgänger streift der Luchs hier frei durch die Wälder, 17 Fledermausarten flattern durch die Nacht, acht Spechtarten hämmern nach Kräften – Tiere, die andernorts verdrängt wurden, haben im Nationalpark ein Zuhause.

Aktiv im Nationalpark

Über 300 Kilometer Wanderwege, 200 Kilometer Radwege und im Winter 80 Loipenkilometer laden zum Erkunden ein – teils auf alten Handelsrouten wie dem „Goldenen Steig“. Reizvoll ist eine grenzüberschreitende Tour in den Nationalpark Šumava oder der Besuch des weltweit längsten Baumwipfelpfades (barrierefrei) mit grandiosem Panorama. Die Igelbusse machen autofreien Urlaub einfach wie nie, gegen Vorlage der Gästekarte vieler Orte sogar kostenlos. Zwei Nationalparkzentren und weitere Besuchereinrichtungen laden zum Entdecken ein – hier darf gestaunt und ausprobiert werden. Geführte Touren sind ein ganz besonderes Erlebnis. Begeben Sie sich auf Safari! Mehr als 130 Berggipfel über 1.000 Meter, die über das Waldmeer aufragen und bis fast zur 1.500-Meter-Grenze reichen, können erwandert werden, Berge mit sonderlichem Namen wie beispielsweise Ar­ber, Osser, Rachel, Lusen, oder Brotjacklriegel. In den Wintermonaten, wenn sich der Bayerische Wald tief verschneit präsentiert, kommen sowohl Alpin-Skifahrer als Langläufer - es gibt über 2000 Kilometer gespurte Loipen - voll auf ihre Kosten.

Nationalpark Bayerischer Wald

Endlose Wälder, mächtige Bergesrücken, die sich mit sanften Kuppen abwechseln, kleine Bergseen, darüber zarte Nebelstreifen in der Däm­merung. Hier liegt die größte Waldlandschaft Mitteleuropas - und bestimmt auch die eindrucksvollste: der Bayerische Wald. Auf rund 6.000 Quadratkilometern breitet er sich zwischen Donau, Böhmerwald und der österreichischen Landesgrenze aus. Hier erlebt man in­takte Natur mit klaren Bächen und Seen, in der reinsten Luft, die man in der Bundesrepublik gemessen hat. Und hier findet man den letzten, noch erhaltenen Flecken Urwald in Deutschland - vom Menschen also vollkommen unberührte Natur - den Nationalpark Bayerischer Wald. Schon 1970 wurde dieser 13.000 Hektar große Abschnitt - nordöstlich von Grafenau, direkt an der Grenze zur tschechischen Republik gelegen - unter besonderen Schutz gestellt. Am 1. August 1997 wurde der Nationalpark auf 24.000 Hektar erweitert. Damit entstand in Ostbayern Europas größtes Wald-Natur-Schutzgebiet. Zusammen mit dem benachbarten tschechischen Nationalpark Sumava, der zur Landschaft des Jahres 1999/2000 erkoren wurde, liegt hier im Herzen Europas nun das größte Naturschutzprojekt auf dem Kontinent. Dank der strengen Verordnungen wird alles ganz und gar der Natur überlassen, seine Ursprünglichkeit und biologi­sche Vielfalt dieses Urwaldes wiederherzustellen. Wer die Gesetze respektiert und sich ruhig verhält, kann Tierarten beobachten, die schon als ausge­storben galten, wie Luchse oder Fischotter. Im gesamten Bayerischen Wald findet sich eine weitgehend intakte Natur und eine unzerstörte Landschaft.

Kunst und Kultur

Für Sport, Spiel und Spaß jeglicher Art für Jung und Alt bietet der Bayerische Wald das ganze Jahr hindurch ideale Bedingungen. Auch Kunstinteressierte können in dieser Ecke Bayerns auf Entdeckungsreise gehen. Sehens- und Erlebenswertes erwartet Sie in den geschichtsträchtigen Städten Straubing, Deggendorf und Passau. Eine kulturelle Fülle von Sehenswürdigkeiten kann man in all den Museen der Städte und Märkte vorfinden, in altehr­ würdigen Klöstern, auf trutzigen Burganlagen. Eine der Hauptattraktionen im Bayerischen Wald aber ist das Glas. Dieses Kunsthandwerk ist schon seit dem Mittelalter im Bayerischen Wald heimisch. Heute zählt man den Bayerischen Wald zu den größten Glaszentren Europas.

Die Glasstraße

In den großen Fabri­ken von Zwiesel und Riedlhütte wird Glas inzwischen natürlich auch nach modernen Produktionsmethoden hergestellt, doch das alte Handwerk der Glasmacher ist durch keine Maschine wirklich zu ersetzen. Noch heute holen die Glasbläser die glutflüssige, honigartige Schmelze mit der langen „Pfeife“ aus dem Ofen, drehen und schwenken sie, und scheinbar spielerisch entstehen Kelche, Gläser, Vasen, Schalen. Entlang der Glasstraße kann man die gläsernen Schönheiten und Schätze der Region kennen lernen. Auch für das leibli­che Wohl ist gesorgt. Überall findet man gepflegte Gasthöfe mit urgemütlichen, behaglichen Gaststu­ben, wo ländliche Spezialitäten serviert werden. Und nach dem Es­sen gibt es einen Schluck Bärwurz, ein Schnaps, der nach Groß­mutters Rezept aus einer Wurzel destilliert wird, die nur im Bayerischen Wald wächst.