Naturpark Augsburg

Weite Spaziergänge in einer idyllischen Umgebung genießen. Die Ruhe und Schönheit der Natur auf sich wirken lassen. Seltene Pflanzen am Wegesrand entdecken. Zur Mittagszeit oder am Ende eines schönen Ausflugstags in einem zünftigen Landgasthof einkehren. Kulturelle Touren auf den Spuren der Römer oder in der nahe gelegenen Fuggerstadt Augsburg genießen. Ob Entspannung für die Seele, sportliche Herausforderungen oder Erlebnisse für alle Sinne – der Naturpark Augsburg –Westliche Wälder ist vielfältig und schön. Der einzige Naturpark in Mittelschwaben existiert seit 1974. Gegründet wurde der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder mit dem Ziel, das waldreiche und landschaftlich reizvolle Gebiet westlich der Schwabenmetropole Augsburg in seiner natürlichen Struktur und als Erholungsgebiet zu erhalten und weiter zu entwickeln. Das Gebiet erstreckt sich über eine Fläche von 1.200 Quadratkilometern. 57 Prozent des Naturparks sind Landschaftsschutzgebiet. Die natürlichen Grenzen der Schotterriedel-Landschaft bilden die Flüsse Wertach und Lech im Osten, die Mindel im Westen und die Donau im Norden. Mit etwa 70 Einwohnern je Quadratkilometer ist der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder ähnlich dünn besiedelt wie der Bayerische Wald. 45 Prozent der Fläche bestehen aus Nadel- und Mischwäldern, in denen Waldorchideen wie Frauenschuh wachsen. Bewaldete Höhenzüge wechseln sich ab mit romantischen Bachtälern und idyllisch gelegenen Weihern und Tümpeln. Im Naturpark sind noch Feuchtwiesenpflanzen wie Knabenkräuter, Mehlprimeln und Schwertlilien zu finden. Ebenso fühlen sich im Naturpark seltene Tiere wie Störche oder Eisvögel zu Hause. Der Biber besiedelt wieder den gesamten Naturpark. Bei Wanderungen können Besucher mit etwas Glück Damwild beobachten. Auch das typisch schwäbische Landleben in den schmucken kleinen Dörfern und Weilern gibt es noch. Bis zu einer Million Menschen besuchen jährlich den Naturpark. 1.500 Kilometer markierte Radwanderwege und 1.000 Kilometer Wanderwege führen Besucher an ursprünglicher Natur, Rokokokirchen, Burgen und Schlössern vorbei. Aber auch bei einer Fahrt mit der Staudenbahn können Erholungssuchende den Naturpark auf sich wirken lassen.

Einmalige Riedellandschaft

Geologische Ereignisse in der letzten Eiszeit (Quartär), die vor 2,4 Millionen Jahren begann und bis 8.000 vor Christus andauerte, prägten das heutige Erscheinungsbild des Naturparks Augsburg –Westliche Wälder. Ausläufer alpiner Gletscher im heutigen Bayerisch-Schwaben transportierten damals Eismassen über 50 Kilometer weit ins Vorland. Mitgeführter Schotter und Geröll lagerten sich im Gebiet des Naturparks als Moränen ab. Als vor etwa 10.000 Jahren die bis heute andauernde Warmzeitperiode einsetzte, schmolzen die riesigen Gletschereismengen. Reißende Schmelzwasserströme trugen das aufgeschüttete Moränenmaterial weitflächig ab und schichteten es an anderer Stelle terrassenförmig auf. In den folgenden Jahrtausenden bahnten sich kleine Bäche von Süden in Richtung Norden ihre Wege durch die Schotterebenen. Das Resultat: die typische mittelschwäbische „Riedellandschaft“. Diese Form des Alpenvorlandes gibt es nur in einem Naturpark in Deutschland zu bewundern: im Park Augsburg – Westliche Wälder. Erstmals besiedelt wurde das Gebiet des Naturparks in der Steinzeit, also vor 6.000 bis 8.000 Jahren. Zu den ältesten archäologischen Funden gehören neben Werkzeugen aus Stein auch Hügelgräber aus vorchristlicher Zeit. Aber auch Viereckschanzen, Reste früherer Kult- und Siedlungsstätte aus der Zeit der Kelten, zeugen davon, dass die Region bereits seit Jahrtausenden gute Lebensbedingungen für Menschen bietet. Viele der Ausgrabungsstätten sind für Besucher zugänglich. Aber auch die Römer hinterließen ihre Spuren im heutigen Naturpark. Ausgehend von der damaligen Provinzstadt Augusta Vindelicorum (Augsburg) siedelten sie in der Nähe der Straßenachsen in Richtung Süden, Westen und Norden. Doch damit nicht genug: Auch zahlreiche Klöster, Kirchen, Kapellen, Burganlagen und Schlösser, die nach der Zeit der Völkerwanderung entstanden, warten darauf, entdeckt oder erobert zu werden. Wie einzigartig der Naturpark Augsburg – Westliche Wälder und seine Bewohner sind, zeigen außerdem die nahezu ursprünglich erhalten gebliebenen „Straßenangerdörfer“ wie Neumünster und Baiershofen. Im Süden des Naturparks Augsburg –Westliche Wälder liegt das Gebiet der Stauden. Es umfasst etwa ein Drittel der gesamten Naturpark-Fläche. Das saubere Klima, die faszinierenden Hügellandschaften und der Alpenblick ziehen immer wieder Besucher der Region in ihren Bann. Ursprüngliche Natur und kleinbäuerliche Landwirtschaft mit Feldern und Wiesen bilden in den Stauden noch eine harmonische Einheit. Als „Tor zu den Stauden“ wird die Marktgemeinde Fischach bezeichnet. Sie liegt nahe des Zusammenflusses von Schmutter und Neufnach. Eine Zeitreise von der vorchristlichen Besiedlungszeit bis ins Mittelalter können Besucher auf markierten Radwegen unternehmen. Sie führen am Burgstall auf dem Buschelberg, an Resten mittelalterlicher Befestigungen und gut erhaltenen Wällen vorbei. Von mehr als 300 Jahren jüdischer Kultur in Fischach zeugt der jüdische Friedhof. Zu den bedeutendesten kulturhistorischen Attraktionen der Region gehört das prachtvolle Schloss der reichen und mächtigen Augsburger Adelsfamilie Fugger aus dem 16. Jahrhundert in Kirchheim. Highlight des Schlosses ist der prunkvolle Zedernsaal, der auch besichtigt werden kann. Aber auch ein Besuch des hübschen Kirchheimer Rathauses und der Pfarrkirche St. Peter und Paul lohnen sich. In dem Gotteshaus können Gemälde von Peter Paul Rubens und Domenichino bewundert werden. Fernblick mit Alpenpanorama gibt es in der Marktgemeinde Markt Wald. Nördlich des Ortsteils Bürgle errichtete der Naturparkverein den Christoph-Scheiner-Aussichtsturm. Der berühmte Astronom und Jesuitenpater Christoph Scheiner lebte zur Zeit Galileo Galileis und wurde in Markt Wald geboren. Bei Föhn-Wetter können Besucher vom Aussichtsturm die Allgäuer Alpen sehen.

Die Reischenau – im Zentrum des Naturparks

Der Talkessel der Reischenau ist ein Naturparadies mit einer prächtigen Pflanzenwelt. Im Talmoor wachsen Orchideen, Sonnentau und Mehlprimeln. Alpenpflanzen sind Zeugen der eiszeitlichen Vergangenheit des Naturparks. Die Tiefebene entstand als Ausräumbecken und Überschwemmungsbereich des Flusses Zusam. Das Zentrum der Reischenau bildet der Markt Dinkelscherben. Der Ort bietet einen weiten Blick über das Gebiet der Reischenau. Wegen der günstigen Lage wurde im Mittelalter die Burg Zusameck oberhalb des Ortes errichtet. Von der Anlage ist nur die Burgkapelle vollständig erhalten geblieben. Der Hauptort Dinkelscherben sowie Häder, Ried und Ettelried besitzen darüber hinaus einige besonders schöne Kirchen. Ebenfalls beeindruckend: der klassizistische Bau des ehemaligen Schlosses Ettelsried. Die „Perle des Mindeltals“ ist das Städtchen Thannhausen, das an der Westgrenze des Naturparks liegt. Thannhausen besitzt einen besonders schönen Stadtpark. Der „Hansenhohl-Steig“, ein romantischer Rundwanderweg, Trimm-Pfad und Naturlehrpfand in einem, führt viele Naturfreunde nach Thannhausen. Im Ortsteil Burg werden Wanderer mit einem beeindruckenden Fernblick über das Mindeltal belohnt. Einen weit reichenden Blick über die natürliche Schönheit der Reischenau und des oberen Zusamtals ermöglicht auch die Lage des Orts Ziemetshausen. Hier gibt es eine der schönsten Lindenalleen des Naturparks. Sie führt zur vielbesuchten Rokoko-Wallfahrtskirche Maria Vesperbild. Ein Geheimtipp: In unmittelbarer Nähe liegt das kleine Schloss Seyfriedsberg. Im alten Schlossgarten gedeihen prachtvolle Azaleen und exotische Baumriesen. Mit dem Fahrrad und auf Schusters Rappen – bereits der Schriftsteller Ludwig Ganghofer (1855-1920), der berühmte Sohn der Region, erkundete auf diese Weise den Holzwinkel. Hügelige Landschaften, ausgedehnte Waldgebiete im Zusamtal um Zusmarshausen und stattliche Forste westlich des Mindeltals prägen den „Holzwinkel“ im Norden des Naturparks Augsburg – Westliche Wälder. Besonders im Frühling verzaubert die Natur des „Holzwinkels“ Einheimische und Besucher. Blühende Wiesen und üppige Wälder laden zum Verweilen ein. Bereits der Heimatdichter Ludwig Ganghofer, der seine Jugend dort verbrachte, war von der Schönheit des „Holzwinkels“ fasziniert. Die Besonderheiten der Natur und die liebenswert-urige Mentalität der Einheimischen hat er in Romanen und Theaterstücken verewigt. Ein kleines, aber sehr empfehlenswertes Ganghofer-Museum im Gasthaus „Zum Hirsch“ in Welden (Telefon 08293/227; www.landgasthofzumhirsch.de) informiert über die Familie Ganghofer im Holzwinkel. Wandern so weit die Füße tragen – dies können begeisterte „Fußgänger“ in den Waldgebieten um Adelsried. Mit einer kulturhistorischen, regionalen Berühmtheit kann die Marktgemeinde Biberbach aufwarten. Hier treffen Wanderer auf die majestätisch barocke Wallfahrtskirche mit dem „Herrgöttle von Biberbach“. Oberhalb des Ortsteils Markt ragen außerdem Türme, Mauern und die Kapelle einer früheren Burganlage empor. Im Tal der Laugna liegt Emersacker. Historisch wurde die Gegend ebenfalls stark von der Adelsfamilie der Fugger beeinflusst. Das schöne Fuggerschloss ist in der Zwischenzeit zu einem eindrucksvollen Gemeindezentrum umgebaut worden. Auf dem Bocksberg steht noch das Gemäuer einer kleinen Burg, die im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde. Das waldreiche Emersacker verfügt über zahlreiche Wanderwege, die durch idyllische Landschaften und abgelegene Dörfer führen. Landschaften erforschen und besondere Tiere entdecken – das können große und kleine Naturkundler seit 1992 auch im Naturpark-Haus. Das Informationszentrum des Naturparkvereins befindet sich etwa 15 Kilometer südwestlich von Augsburg und ist in der ältesten Zisterzienserinnenabtei Deutschlands untergebracht. Die fast 800 Jahre alte Abtei Oberschönenfeld bei Gessertshausen beherbergt neben dem Naturpark-Haus auch das Schwäbische Volkskundemuseum. Beide Einrichtungen dokumentieren anschaulich die Traditionen und Lebensweise der Menschen und erklären, wie sich die Region bis heute kulturell, geologisch und landschaftlich entwickelt hat. Allein im Naturpark-Haus können sich Besucher auf 500 Quadratmetern Fläche intensiv mit den Besonderheiten der heimischen Natur beschäftigen. Zur Dauerausstellung „Natur und Mensch im Naturpark“ gehört unter anderem eine etwa 100 Quadratmeter große nachgebildete „Landschaft“ mit Bach, Bäumen, Sträuchern, Tieren und Vogelstimmen. Eindrücke aus dem Naturpark-Spaziergang lassen sich so noch einmal nachvollziehen. Ganz aus der Nähe können sich Kinder einheimische und seltene Tiere wie Biber, Reh, Fuchs, Dachs oder Marder anschauen. Unter dem Mikroskop lassen sich auch kleinste Insekten inspizieren. Ein kurzweiliger und lehrreicher Zeitvertreib für große und kleine Naturfreunde sind auch die Ratekästen, Rinden- oder Blätterrätsel. Highlight der Ausstellung ist der 4.000 Jahre alte Donaurieder „Mooreichenstock“. Ergänzend zeigt das Naturpark-Haus Sonderaustellungen zu wechselnden Themen wie „Welt der Bienen und Wespen“, „Muscheln und Schnecken“ oder „Schützenswertes Wattenmeer“. Darüber hinaus gehören Führungen, Veranstaltungen und Kurzseminare besonders für kleine Besucher zum Programm. So können Schulklassen oder Jugendgruppen eine organisierte Abenteuerrallye unternehmen oder wie die Räuber im Wald leben. Aufgrund der Zusammenarbeit des Naturparkvereins mit der Bayerischen Forstverwaltung ist das Naturpark-Haus auch zugleich ein Walderlebniszentrum.

 

 

Unterkünfte

 

 

Wandertouren

 

 

Naturpark Augsburg – Westliche Wälder e.V.
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Feyerabendstraße 2
86830 Schwabmünchen Telefon +49 (0) 821 / 31022278
Telefax +49 (0) 821 / 31021278

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www.naturpark-augsburg.de