Jakobsweg Main-Taubertal

Die Sehnsucht der Menschen, bei einer Pilgerwanderung Ausgeglichenheit zu finden, nimmt weiter zu. In nahezu jeder Stadt und Gemeinde des Taubertals gibt es Hinweise auf frühere Pilger unter dem Zeichen der Jakobsmuschel. Diese Vielzahl an Kunstwerken, die an den heiligen Jakob erinnert, wird nun von dem neuen Jakobsweg Main-Taubertal miteinander verbunden und bietet damit ein neues Pilgererlebnis. Der Jakobsweg Main-Taubertal schließt in Miltenberg am Main an den Jakobspilgerweg von Colmar über Aschaffenburg an. Er führt zunächst das Maintal hinauf über Freudenberg und Boxtal bis nach Wertheim. Der Jakobsweg umfasst rund 170 Kilometer. Er ist in neun Etappen gegliedert, die zwischen 14 und 25 Kilometern lang sind.

Auf diesem Streckenabschnitt sind unter anderem in Miltenberg die Jakobuskirche und in Wertheim das Jakobsbild in der Stiftskirche Belege für die früheren Pilgerbewegungen. Auf der dritten Etappe führt der Pilgerweg nach Urphar, Bronnbach und Gamburg. Höhepunkte dieses Abschnittes sind die Jakobskirche in Urphar und die Jakobusdarstellung auf einer Ablassurkunde in Bronnbach.

Der Jakobsweg führt dann in der vierten Etappe durch das Taubertal von Gamburg über Hochhausen nach Impfingen und zweigt dann nach Dienstadt und Königheim im Brehmbachtal ab. Auf dem Weg von Bronnbach besteht die Möglichkeit zu einem Abstecher nach Böttigheim zur dortigen Kirche mit Jakobusstatuen. Spuren der Jakobspilger sind in Hochhausen die Jakobusdarstellung als Bildstockbekrönung, in Impfingen der Jakobusbrunnen in der Ortsmitte und die Jakobusstatue in der Kirche St. Nikolaus. Dienstadt scheint ein magischer Punkt für Jakobspilger gewesen zu sein, so vielfältig sind die dortigen Zeugnisse. So ist die St. Jakobs-Kirche mit Jakobusgemälde und Statue zu sehen; es gibt weiter einen Jakobusbrunnen mit Statue als Brunnenfigur und im Gemeindewappen ist der Jakobus abgebildet. In Königheim wiederum ist eine Jakobusstatue in der Ölbergdarstellung unter der Freitreppe zur Pfarrkirche St. Martin zu finden.

Von Königheim führt der Pilgerpfad nach Tauberbischofsheim. Die Pfarrkirche St. Martin mit der Jakobusdarstellung in einer Ölberggruppe, einem Jakobusrelief, einem Glasfenster mit Jakobusdarstellung und der Jakobsstatue in der Taufkapelle birgt ebenso zahlreiche Spuren der früheren Pilgerbewegung. Von Tauberbischofsheim wird ein Abstecher nach Oberwittighausen zur St. Sigismund-Kapelle empfohlen. An der dortigen Oktogonkapelle prangt im Eingangsbereich eine Jakobsmuschel.

Die Hauptroute führt über Grünsfeld und Lauda nach Bad Mergentheim. Überall sind es die Jakobskirchen und Reliefe, die betrachtet werden können. Der Pilger wandert weiter nach Laudenbach mit der Bergkirche und dem dortigen Jakobsrelief in einer Ölberggruppe, bevor er Niederstetten und Creglingen erreicht. In der Creglinger Herrgottskirche hat der weltbekannte Künstler Tilman Riemenschneider in den Marienaltar eine geschnitzte Jakobusdarstellung eingearbeitet. Ziel des Jakobsweges durch den Odenwald, das Main- und Taubertal ist Rothenburg ob der Tauber. Die Pfarrkirche St. Jakob mit ihren Jakobusstatuen ist ein weiterer Höhepunkt der Jakobswanderung. In Rothenburg o.d.T. kann die Pilgerung auf dem Fränkisch-Schwäbischen Jakobsweg fortgesetzt werden.


Wegemanagement, Streckenverlauf, Höhenprofil und GPS-Tracks

Der Jakobsweg Main-Taubertal ist in 9 (Tages)Etappen eingeteilt, kann aber auch individuell je nach persönlicher Anforderung geplant werden. Der Einstieg ist überall möglich, ebenso die Laufrichtung. Alle Etappen mit Streckeninfo, Wegbeschreibung, Streckenverlauf, Höhenprofil und GPS-Tracks in verschiedenen Formaten (ovl, gpx, und kml) zum kostenlosen downloaden. Viel Spaß beim pilgern auf dem Jakobsweg Main-Taubertal.


Wanderkarte